Reiches Programm: Das zehnte Internationale Minimal-Music-Festival in Kassel

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Das Ensemble in process mit seinem Leiter Ulli Götte (Zweiter von links).

Kassel. Dass die Stadt Kassel ein Zentrum der Minimal Music in Deutschland ist, verdankt sie in erster Linie dem Komponisten, Musiker und Ensembleleiter Dr. Ulli Götte (62). Er gründete vor 31 Jahren an der Kasseler Universität das Instrumental-Ensemble in process, das sich der damals hier noch wenig bekannten Minimal Music verschrieb.

Auch als Komponist widmete sich Götte seither der längst nicht mehr nur in den USA beheimateten Musikrichtung, wobei Götte stets auch die Verbindung der Minimal Music zu anderen Stilrichtungen und außereuropäischen Musikkulturen wie der indonesischen Gamelanmusik und afrikanischer Rhythmik im Blick hat.

Im Jahr 1997 veranstaltete Götte mit seinem Ensemble das erste Deutsche Minima-Music-Festival in Kassel. In diesem Jahr (und bis ins Jahr 2017 hinein) findet hier das zehnte, inzwischen Internationale Minimal-Music-Festival unter Göttes Leitung statt.

Zeit, auf das Erreichte zu blicken und die Vielfalt der musikalischen Erscheinungen, die mit dem Minimalismus verbunden sind, zu würdigen. Das Jubiläumsfestival umfasst daher zehn Konzerte und ein Symposium bis März 2017. Schirmherr ist der Vorsitzende des Kulturforums der Sozialdemokratie, Thorsten Schäfer-Gümbel.

Am Anfang steht am 9. September ein Konzert, bei dem die durch Gäste zum Festival-Ensemble erweiterte Gruppe in process ein Schlüsselwerk des Minimalismus aufführt: Steve Reichs „Music for 18 Musicians“ aus dem Jahr 1976. Zwei weitere Konzerte mit dem Schweizer Komponisten Nik Bärtsch sowie mit der französischen Formation „Les Percussions de Strasbourg“ vervollständigen das Eröffnungsprogramm.

Es folgen im Herbst und Winter zwei Konzerte, bei denen Instrumentalsolisten im Mittelpunkt stehen, bevor eine Konzertreihe im Februar 2017 „Ulli Götte plus ....“ indonesische Gamelanmusik, minimalistischen Jazz und neue Stücke Göttes in Verbindung mit dem Kasseler Flötisten Jens Josef vorstellt.

Die abschließenden Festival-tage im März 2017 werden durch ein Symposium „Repetition“ (unter anderem mit dem Kasseler Musikprofessor Dr. Jan Hemming) eröffnet. Ein Soloabend des als Akasha Project bekannten Elektronik-Künstlers Barnim Schultze und ein Konzert des Gründungsensembles in process, von dem insgesamt auch fünf CD-Aufnahmen erschienen sind, runden das Jubiläumsfestival ab. Gefördert wird es von Kasseler Firmen, der Fieseler-Stiftung sowie Stadt Kassel und Land Hessen.

www.minimal-music.com

Die Veranstaltungen

Eröffnungskonzerte

• 9.9., 20 Uhr, Anthroposophisches Zentrum, Wilhelmshöher Allee 261: Eröffnungskonzert des Festival-Ensembles: Steve Reich: Music for 18 Musicians.

• 10.9., 20 Uhr, Uni-Institut für Musik, Mönchebergstraße 1: Nik Bärtsch (Klavier) und Sha (Bassklarinette): Kompositionen von Nik Bärtsch.

• 11.9., 18 Uhr, Uni-Institut für Musik: Les Percussions de Strasbourg: Werke von Steve Reich, Ulli Götte, Benoit Montembault.

Instrumentalkonzerte

• 2.10., 20 Uhr, Adventskirche, Lassallestraße 2: Flötenkonzert mit Ute Schleich (Blockflöten), Martina Luna Pracht (Klangschalen) und Alexander Preschko

(Butoh-Tanz). Werke von Philip Glass, Ulli Götte, Frans Geysen, Michael Nyman und anderen.

• 3.12., 20 Uhr, Uni-Institut für Musik: Klavierkonzert mit Jeroen van Veen. Werke von Erik Satie, Philip Glass und eigene Werke.

Konzertreihe Ulli Götte

Drei Konzerte im Februar 2017.

4.2., Südflügel Kulturbahnhof: Ulli Götte plus Manyar Sewu (Gamelan-Ensemble), 11.2., Dock 4: Ulli Götte plus Jens Josef (Flöte), 18.2., Dock 4: Ulli Götte plus Minimal Groove Band.

Festival-Abschluss

• 17.3.2017, Uni-Institut für Musik: Symposium „Repetition“.

• 18.3.2017, 20 Uhr, Kulturbahnhof: Akasha Project aka Barnim Schultze: Planetary & Molecular Ambience.

• 19.3., 18 Uhr, Adventskirche:

Ensemble in process: Werke von Ulli Götte, William Susman, Steve Reich und anderen.

Stichwort: Minimal Music

Die Minimal Music wurde seit den 1960er-Jahren zunächst in den USA entwickelt. Merkmale sind die ständige Wiederholung (Repetition) motivischer und rhythmischer Zellen und deren allmähliche Veränderung. Durch Phasenverschiebung und Überlagerung entstehen oft dichte Klanggewebe. Die Minimal Music - und seit den 80ern auch der Post-Minimalismus - nehmen oft Merkmale anderer Musikstile auf. Umgekehrt sind minimalistische Elemente in verschiedenen Musikarten zu finden. Die bekanntesten Minimal-Music-Komponisten sind Steve Reich, Philip Glass, Terry Riley und La Monte Young.

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