Reise in den Osten: Absinto Orkestra im Schlachthof

Kassel. Viel los war beim fast dreistündigen Doppelkonzert im Kulturzentrum Schlachthof. E-Bass und E-Gitarre ergingen sich in zittrigen Tremoli, bis die Frontfrau der Band Zaitsa in roten Stiefeln die Bühne betrat.

Die aus der Ukraine stammende Wiesbadener Sängerin und Geigerin Olga Zaitseva gab die kesse Reiseleiterin in den Osten.

Angerocktes ukrainisches und russisches Liedgut wurde zum Besten gegeben. Es ging um Träume und Illusionen und darum, wie man einen Mann hinhält, ohne ihn als Verehrer zu verlieren. Olga Zaitseva pendelte gekonnt zwischen Ulk, Power und großem Gefühl, und sie gefiel auch mit ihrer unverkennbar ausgebildeten Stimme - von der Schmachtballade bis zu Operntakten, die gar nicht mal besonders parodistisch klangen.

Das kam gut an, ließ Zugabewünsche laut werden. Aber so richtig ging dann die Weltmusik-Post ab beim Absinto Orkestra aus Mainz. Das Quintett um den Geiger Jolly Reinig und den Gitarristen Stefan Ölke heizte den Leuten ein mit treibendem Getrommel und Hochgeschwindigkeitsläufen durch östliche Tonskalen.

Die Musiker hielten voll und ganz, was angekündigt war: eine unwiderstehliche Aufforderung zum Mitsingen, Tanzen und Klatschen.

Nur nicht aus Liebe weinen

Mitsingen? Das konnte man im voll besetzten Kulturzentrum unter anderem bei einem freisinnigen Tipp, den einst auch Zarah Leander gegeben hatte: „Nur nicht aus Liebe weinen. Es gibt auf Erden nicht nur den einen. Es gibt so viele auf dieser Welt. Ich liebe jeden, der mir gefällt.“

Von Georg Pepl

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