Die „Kernölamazonen“ zeigten in Vellmar in einer fulminanten Show ihre vielseitigen Talente

Reise voraus in wilde Zeiten

Kernölamazonen: Caroline Athanasiadis (links) und Gudrun Nikodem-Eichenhardt mit Bela Fischer, dem Sklaven am Klavier. Foto: Malmus

VELLMAR. Macho oder Memme? Muttersöhnchen oder Frauenversteher? Die beiden Amazonen haben auf ihrer Reise in die Zukunft die Wahl. Doch die ist eine Qual. Denn was die beiden wilden Exemplare aus dem mythischen Frauenstamm suchen, sind Männer nur für das eine: für den Nachwuchs. Da in der Antike die paarungsfähigen Männchen knapp geworden sind, werden Venatrix und Anaxileia ausgesandt, um Männer oder wenigstens das Grüne Gold zu holen, jene Essenz, die schlaffe Krieger wieder munter macht.

„Kernölamazonen“ nennen sich denn auch Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Caroline Athanasiadis, die beiden österreichischen Multitaskingfrauenzimmer, die am Sonntagabend einen umjubelten Auftritt beim Sommer im Park in Vellmar hatten.

Sklave am Klavier

Rotzfrech sind die beiden, die, nur von einem Klavier spielenden Sklaven (Bela Fischer) begleitet, vom Schwarzen Meer auf ihre Zeitreise aufbrechen. Männer kennen sie bisher nur von den unvermeidlichen Treffen, die allein der Fortpflanzung dienen. Aber die Sache wird komplizierter als gedacht. Die klare Anweisung lässt sich nicht durchhalten. Dem anfänglichen Spott über die merkwürdige Art, wie Männer in unserer Zeit behandelt werden, folgt bald die Übertretung des VV-Gebots: „Verlieben verboten“. Immerhin: In einem Restaurant finden die beiden Amazonen endlich das gesuchte steirische Kernöl, bringen es zurück in die Vergangenheit und bekommen dafür die Erlaubnis, in die Zukunft zurückzukehren.

Über zwei Stunden dauerte die Show, und die beiden Damen aus Österreich, die beim letzten Sommer im Park ihre Deutschland-Premiere gaben, zeigten all ihre Talente. Gesang von Kreisler bis Schlager, immer wieder auch gewaltige Musicalstimmen, dazu ein raumfüllendes Schauspieltalent. Dass sie die Herrscher der Halle waren, daran bestand keine Zweifel. Die beiden auserkorenen Herren aus dem Publikum werden diesen Abend wohl noch länger in Erinnerung behalten als die 320 weiteren Zuschauer.

Von Johannes Mundry

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