Gerd Hallaschka und Andrea Ortolano weckten Erinnerungen mit ihrer Revue im Theaterstübchen

Reise in die wilden 50er-Jahre

Begeisternd: Gerd Hallaschka (links) und Andrea Ortolano bei ihrer Revue. Foto: Koch

Kassel. Es war die Zeit der Backfische und Leukoplastbomber, des Fußballwunders von Bern und des Rock ’n’ Roll: Andrea Ortolano als keckes Mädchen Karlina nahm die Zuschauer im ausverkauften Theaterstübchen am Donnerstag mit auf eine Reise in die „Wilden 50er“.

Einnehmendes Lächeln

Für die passende Akustik und die männlichen Zwischentöne sorgte Gerd Hallaschka mit seinen Musikern. Ortolano gewann mit ihrem einnehmenden Lächeln und einer angenehmen Märchenstimme die Zuschauer bereits nach wenigen Minuten für sich.

In wechselnden Fifties-Kleidern plauderte sie über korrektes Benehmen („Eine Dame schreitet mit geradem Rücken voran und Mädchen mit abgekauten Nägeln finden niemals einen Mann“) und streute Erinnerungen an das Familienleben der Nachkriegszeit ein. Dabei spannte sie einen Bogen vom Gewerkschaftsslogan „Am Samstag gehört Vati mir“ bis hin zur sexuellen Aufklärung mit der Geschichte von „Bienen und Blümchen“. Auch das Publikum wurde in die zweistündige Revue mit eingebunden: Bei einer kleinen Tanzstunde mussten sich zusammengewürfelte Paare auf der Bühne behaupten.

Nicht fehlen durfte bei den beiden Kasseler Künstlern natürlich eine große Portion Lokalkolorit: So sangen sie mit breiter Unterstützung des Publikums das Kassellied („Wie Kassel noch ein ahles Nest“) und erinnerten an die Anfänge der documenta (Ortolano: „Kunst wollte man zeigen, so was Verrücktes. Mutti wollte viel lieber mit Oma zur Bundesgartenschau“).

Mit zahlreichen musikalischen Einlagen konnten sie weiter punkten: So weckten Schlager („Seemann, deine Heimat ist das Meer“; „Pack die Badehose ein“) genau wie „Qué Será, Será“ und der „Kriminaltango“ bei den Besuchern die Erinnerung an die eigene Jugend. Viel Applaus.

Von Sonja Broy

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