Detlev Buck synchronisiert im Animationsfilm „Hop“ ein Küken

„Revolution ist eitel“

Detlev Buck zeigt sich von seiner komischen Seite. Der Regisseur und Schauspieler leiht in dem diese Woche anlaufenden Animationsfilm „Hop - Osterhase oder Superstar?“ einem Küken seine Stimme. Dieses strebt den Posten des Osterhasen an.

Für „Hop - Osterhase oder Superstar?“ haben Sie einen machthungrigen Küken mit Akzent synchronisiert. Eine neue Facette im Werk Detlev Bucks?

Detlev Buck: Ja, ich war selber überrascht, dass der spanische Akzent in Verbindung mit einem Norddeutschen funktioniert.

Es klingt überzeugend.

Buck: Ich hab den Amerikanern vorgeschlagen, die Figur aus unserer Sicht, also mit osteuropäischem Akzent zu gestalten. Das fanden die nicht so komisch.

Warum osteuropäisch?

Buck: In Amerika werden die Mexikaner als billige Arbeitskraft genutzt, hier sind es die Osteuropäer. Damit meine ich nicht unbedingt die Polen, die sich wirtschaftlich mausern. Die Reise geht ja weiter Richtung Ukraine, Russland, Rumänien oder Bulgarien.

„Hop“ ist also eher ein politischer als ein Kinderfilm?

Buck: Ja, es gibt durchaus einen politischen Unterton. Es gibt eine Revolution und der Film zeigt, dass die Revolution - wie so oft - zu eitel ist. In „Hop“ ist der Revolutionsführer zu doof, um zu verstehen, dass er nicht der neue Machthaber ist.

Also ist der Film ealistisch?

Buck: Ja, wenn man die Lage in Nordafrika oder im Iran betrachtet. Ich denke, die Demokratisierung wird sich in diesen Regionen nicht aufhalten lassen. Der Film ist zwar in erster Linie für Kinder, aber die Bezüge zur Wirklichkeit sind vorhanden. Kinder sind nicht doof.

Aber am Ende hat der Film doch eine konservative Haltung. Die Ordnung ist wieder hergestellt, der Sohn nimmt den Job an, den der Vater für ihn vorgesehen hat. Vermittelt „Hop“ nicht sehr konservative Werte an Kinder?

Buck: Man kann schon sagen, dass das Konservative sich langfristig durchsetzt. Der Film vermittelt, dass der Familienverband nicht gefährdet sein darf. Dass Vater und Sohn sich wieder verstehen, ist die Basis unserer gesellschaftlichen Ordnung.

Ist der Vorteil eines Animationsfilms, dass er sowohl Kinder als auch Erwachsene zum Lachen bringen kann?

Buck: Ja, das stimmt. Beim Animationsfilm fallen soziale Komponenten weg, so dass er auf Basis der Komik und Übertreibung Klischees präziser herausarbeiten kann. Die Zwischentöne fehlen. Man kann Mr. Bean als Beispiel heranziehen. Diese Figur ist der Gipfel der komödiantischen Zuspitzung und Vereinfachung. Dass sie etwa wie jeder Mensch altern könnte, käme dem Zuschauer nicht in den Sinn. (Ricore)

Von Carlos Corbelle

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