Revolverheld: Gute Laune trotz Mandelentzündung

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Handzeichen 2: Kristoffer Hünecke (von links), Jakob Sinn und Johannes Strate von Revolverheld fühlten sich als Sieger – oder wollten sie noch zwei Bier bestellen?

Baunatal. Es ist noch nicht lange her, da spielten Revolverheld in kleinen Clubs. Beim Open Air in Baunatal bewiesen die Hamburger, dass sie längst zur Stadionband geworden sind.

Wenn man so ungekünstelt sympathisch rüberkommt wie die Musiker von Revolverheld, dann hat man auch Petrus auf seiner Seite: „Uns war am Nachmittag noch bange, ob das mit dem Wetter klappt“, begrüßte Sänger Johannes Strate am Freitag die Besucher im Baunataler Parkstadion und schob augenzwinkernd nach: „Wir haben da einen positiven Fluch. Bei unseren Konzerten hatten wir noch nie Unwetter. Bei Unheilig morgen ist das nicht so sicher - bei dem Namen.“ Er sollte recht behalten.

Auf ihrer „MTV Unplugged in 3 Akten“-Open-Air-Tour und anlässlich des 50. Stadtjubiläums war die Band nach Baunatal gekommen. 6000 Besucher sorgten nicht nur für eine tolle Kulisse, sondern auch für eine Atmosphäre, die Johannes Strate, Jakob Sinn (Schlagzeug), Nils Grötsch (Gitarre/Gesang), Kristoffer Hünecke (Gitarre/Gesang), Chris Rodriguez (Bass) und ihre Begleitmusiker (unter anderen Anne de Wolff und Marta Jandova) sichtlich glücklich machte.

Da schnellten die Arme in die Höhe, blitzten - statt wie früher Feuerzeuge - Handys auf und bei Ohrwürmern wie „Ich lass für dich das Licht an“ brauchte Strate nur das Mikro in Richtung Publikum zu halten und konnte gerührt erleben, wie die komplette erste Strophe des Songs klingt, wenn sie von einem gefühlt 2000 Köpfe starken Publikumschor intoniert wird.

„Was für ein schöner Abend“, rief Strate. „Danke, danke.“ Vergessen war, dass das Konzert noch einen Tag zuvor am seidenen Faden hing, weil der Frontmann mit Mandelentzündung im Bett lag. Sein witziger Kommentar: „Es gibt ja Antibiotika. In der Birne bin ich zwar nicht klar, aber singen kann ich.“

Auf ähnlicher Wellenlänge waren auch seine Bandkollegen. Gut gelaunt wurde gealbert, was das Zeug hält. Die Songauswahl war ganz nach dem Geschmack des Publikums. Balladen und Abgehnummern wechselten sich ab. Mit dabei: „Halt dich an mir fest“, „Spinner“, „Immer in Bewegung“, „Sommer in Schweden“, „Das kann uns keiner nehmen“, „Keine Liebeslieder“.

Oft setzte der Beifall schon nach den ersten Tönen ein und der Publikums-Chor spätestens beim Refrain. Riesenapplaus, drei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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