Philipp Hecht lernt im Freiwilligen Sozialen Jahr beim Kultursommer, wie man ein Festival organisiert

Die richtige Kuh kommt erst später

Ackern für Nordhessens Kultur: Philipp Hecht absolviert bei Margit Schumann, Maren Matthes und Silke Bierwirth (von links) ein Freiwilliges Soziales Jahr im Büro des Kultursommers. Foto: Brandstädter

Philipp Hecht freut sich schon auf den Sommer. Allerdings nicht wegen Urlaubstagen am Strand oder Partys auf Festival-Wochenenden. Von so viel Freizeit wird er nur träumen können, wenn mit Beginn des Kultursommers die erste 80-Stunden-Woche auf ihn zurollt.

Ab dem 18. Juli wird der 20-Jährige sehen, ob sich die langen Vorbereitungen auf die kulturelle Großveranstaltung in Nordhessen gelohnt haben. Der Kultursommer ist der Höhepunkt seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Auch wenn dieser mit viel Arbeit verbunden ist. Seit vergangenem September sitzen Philipp und sein FSJ-Kollege Sebastian Butterweck im Büro des Kultursommers Nordhessen und unterstützen Intendantin Maren Matthes, Silke Bierwirth und Margit Schumann bei der Organisation.

„Ich wollte lieber Praxis sammeln, anstatt irgendwo einen Zivildienst abzusitzen“, sagt der junge Mann aus Braunschweig, der nach dem Jahr Musik oder Kulturwissenschaften studieren möchte. Für die Einblicke in einen Kulturbetrieb nimmt er einen drei Monate längeren Dienst und ein geringeres Gehalt in Kauf, mit dem er sein WG-Zimmer in Kassel finanziert.

Noch hält sich der Arbeitsaufwand in Grenzen. Doch wenn rund 15 000 Besucher an 45 Orten perfekt organisierte Veranstaltungen erwarten, werden Philipp, Sebastian und das ganze Team von früh bis spät auf Achse sein. „Das kann ein Arbeitseinsatz von neun Uhr morgens bis ein Uhr nachts bedeuten - und das sieben Tage die Woche“, prophezeit Maren Matthes.

Seit 2005 sind FSJler im Kultursommer-Büro an Bord, die neben der Sparkassenstiftung nun auch von Lotto Hessen gefördert werden. „Sebastian und Philipp sind uns eine große Hilfe“, sagt Matthes. „Sie bringen frischen Wind ins Büro und gehen besser mit den sozialen Netzwerken im Internet um.“

Während Sebastian für die elektronischen Datenbanken zuständig ist, kümmert sich Philipp vor allem um die Betreuung der Künstler. In wenigen Monaten kommen noch Aufgaben wie Kartenverkauf und Probenplanung hinzu. „Ich bin gespannt, wie wir das alles schultern werden“, meint Philipp. „Ich wusste, dass hier viel zu tun sein wird. Aber wie sehr der Teufel im Detail stecken kann, hätte ich nicht erwartet.“

Neue Bewerber gesucht

So zum Beispiel bei der Idee, eine Kuh auf den Plakaten des kommenden Kultursommers abzudrucken. Das Büro hatte genaue Vorstellungen, wie das Tier aussehen sollte. Hörner, braune Flecken im Fell. „Doch als wir glaubten, die richtige Rasse gefunden zu haben und der Fototermin schon in trockenen Tüchern war, stellten wir fest, dass unsere Kuh keine Flecken hatte.“ Die Wunschkuh mit dem richtigen Fell wird erst 2011 die Plakate zieren.

Auch dann wird das Büro voraussichtlich wieder zwei FSJ-Stellen ausschreiben. Junge Interessenten können sich online unter www.fsjkultur.de näher informieren.

Von Philipp Brandstädter

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