Er rockte das Rathaus: Literaturförderpreis für Tino Hanekamp

Kassel. Für Tino Hanekamp ist es nur gerecht, dass er den Förderpreis Komische Literatur und das Preisgeld bekommen hat. 3000 Euro sei ungefähr die Summe, die er bislang als Zinsen für seinen Dispokredit an die Sparkasse gezahlt habe.

„Das Geld kommt nur zurück“, sagte der 32 Jahre alte Hamburger mit Blick auf den Sponsor, die Kasseler Sparkasse.

Tino Hanekamp

Als Oberbürgermeister Bertram Hilgen fragte, ob der Norddeutsche denn Kunde in Kassel sei, scherzte der: „Ist doch alles dieselbe Mafia.“ Später während seiner Dankesrede schaute Hanekamp in den Stadtverordnetensitzungssaal und sagte: „Hier könnte man einen geilen Club draus machen.“

Keine Frage: Hanekamp hat die Preisverleihung richtig gerockt. Damit kennt er sich aus. In Hamburg hat er einst den Musikclub „Übel & Gefährlich“ mitgegründet. Von einem Clubbetreiber erzählt er auch in seinem im vorigen Jahr bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Debütroman „So was von da“. Der Stiftungsrat lobte das rasante Tempo und die „mitreißende Poesie des Augenblicks“. Vor allem Schriftsteller Harry Rowohlt, der die Laudatio hielt, war angetan.

Zuletzt reiste Hanekamp mit einem Containerschiff nach Mexiko und verbrachte dort mehrere Monate. Er musste ein Abenteuer erleben, denn sein nächstes Buch soll „nicht mehr in geschlossenen Räumen“ spielen. Er ist jetzt nur noch Schriftsteller und nicht mehr Club-Betreiber. „Ab jetzt gibt es kein Zurück“, sagt Hanekamp. Nun wird richtig gerockt. (mal)

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