Roger Cicero brachte den Swing-Virus nach Fritzlar

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Alles, was ein perfekter Konzertabend braucht: Roger Cicero im Gala-Zelt.

Fritzlar. Wenn ein Topstar für eine Gala gebucht wird, zwischen Zauberkünstlern und Covermusikern auftreten muss, kann er nie sicher sein, was ihn erwartet. Zum 175. Geburtstag der Kreissparkasse Schwalm-Eder zeigte Roger Cicero ein abgespecktes Ein-Stunden-Programm - wohl ohne mit den nordhessischen Bankern zu rechnen.

Die empfangen mit ihren Kunden den Hamburger nach zweieinhalb Stunden Wartezeit derart euphorisch auf dem Festplatz in den Ederauen, dass der es kaum fassen kann. „Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet“, sagt er, schiebt keck seinen typischen Filzhut zurecht und genießt den Jubel.

Es braucht nur einen Song, bis sich der Platz vor der großen Bühne mit tanzenden Fans füllt. Immer mehr trauen sich nach vorn, spätestens nach Ciceros Spaziergang durch die Tischreihen, wo er charmant den Swing-Virus streut, mit dem sich die rund 800 Zuhörer nur zu gern infizieren lassen. Bald haben sämtliche Sitzgelegenheiten ausgedient.

Da heizen unzählige Feuerzeuge zum gefühlvollen „In diesem Moment“ vom gleichnamigen 2011er-Album die Temperaturen zusätzlich an, bekommen die Herren mit dem EM-Song „Für nichts auf dieser Welt“ doch ein wenig Fußballflair ab, und jene, die nicht wegen Cicero gekommen sind, mit Klaus Lages „1001 Nacht“ einen Song zum Mitsingen. Mit „Zieh die Schuh aus“ schickt der charmante 44-Jährige einen seiner größten Hits in den Zelthimmel, um wenig später klarzustellen: „Frauen regieren die Welt.“

Ein Sänger mit erfrischend sympathischer Bühnenpräsenz, eingängige Melodien fürs Ohr, wohldosierter Swing für die schnippenden Finger und eine super Band, die all das erstklassig zu Popsongs mit diesem ganz besonderen Retro-Charme zusammenfügt: Roger Cicero und Band liefern alles, was ein perfekter Konzertabend braucht, inklusive reichlich Zugaben, denn nach der Stunde ist dann doch nicht Schluss. Vier Songs packt er drauf, gibt es doch Galaauftritte, die Künstlern, Veranstaltern und Fans gleichermaßen Spaß machen.

Von Sascha Hoffmann

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