Rolf Rasch und Freunde spieltenJazz-Klassiker auf hohem Niveau

Rolf Rasch (Saxofon, inks) und Wolfgang Philipp (Flügelhorn). Foto: Zgol

Kassel. Das Tempo ist nicht zu schnell, die Stimmung abgeklärt, ein wenig melancholisch. Zuerst legt die Posaune ein paar schlendernde Töne hin, das Altsaxofon übernimmt sie und fügt delikate Schlenker hinzu, bis dann das Flügelhorn mit seinem warmen Sound an der Reihe ist. Und eine feine Rhythmusgruppe swingt dazu.

Der Jazzstandard „Autumn leaves“ eröffnete am Dienstagabend im Theaterstübchen ein Konzert, das so unprätentiös wie gelungen war. Der Kasseler Saxofonist Rolf Rasch hatte sich mit fünf Musikerfreunden zusammengetan, um berühmte Melodien aus dem American Songbook zu interpretieren.

Die Band bürstete nichts gegen den Strich, sie veranstaltete keine Pseudo-Revolution, und sie hatte kein aufgeblasenes Konzept im Gepäck. Stattdessen spielte sie melodiösen Jazz – auf hohem Niveau.

Rolf Rasch erfreute einmal mehr mit seinem attraktiven Altsaxofon-Klang und der Eleganz seiner Linienführung. Sympathisch war, dass ein sonst klassisch orientierter Musiker – Christoph Baader, Soloposaunist des Staatsorchesters – geschickt seinem Jazzfaible nachging. Und als Spezialist für cool-stimmungsvolle Balladen erwies sich der Flügelhornist Wolfgang Philipp, ein Gast aus Schleswig-Holstein.

Rhythmus aus Kassel

Der Rhythmus kam aus Kassel – aber wie! Eindrucksvoll präzise agierte der junge Schlagzeuger Tobias Schulte – „als hätte er schon dreißig Jahre Spielerfahrung“, sagte Rasch. Das sichere Bass-Fundament legte Rolf Denecke, und fürs pianistische Vergnügen sorgte Donato Deliano mit perlender Finesse. Toll, wie Schulte und Deliano in dem lange ausgekosteten „Blue Bossa“ aufdrehten.

Ein entspannender Abend wurde es in toller Club-Atmosphäre, und die Zuhörer, darunter auch einige Musikerkollegen, sparten nicht mit Beifall. Ein kleiner, aber feiner Kontrapunkt zu den Standards war auch im Programm: ein barock angehauchtes Stück des Kölner Pianisten Frank Wunsch mit dem Titel „Telemanns Traum“.

Von Georg Pepl

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