Roman ist die neue Lena: Ein Jamie-Cullum-Song für Baku

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Die Jury nannte ihn den "Gehörschmeichler": Roman Lob gewann bis zuletzt mit amerikanischen Mainstream-Rock-Balladen jede Folge der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest (ESC).

Am Ende war die Entscheidung knapp, aber keine Überraschung: Teenie-Schwarm Roman Lob hat die deutsche Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen und vertritt Deutschland am 26. Mai in Baku/Aserbaidschan.

Das Land ist Ausrichter des ESC, weil das Gesangsduo Ell & Nikki im vergangenen Jahr mit „Running Scared“ für den vorderasiatischen Staat antrat und siegte. „Standing Still“ heißt der Song, mit dem der deutsche Teilnehmer am 26. Mai in der Baku Concert Arena gegen Interpreten aus 25 Ländern antreten wird.

Drei Songs zur Auswahl

Im ersten Teil des Abends mussten die beiden verbliebenen Kandidaten der Casting Show, Ornella de Santis (27) und Roman Lob (21) je drei Lieder singen, die für sie und den Wettbewerb geschrieben wurden. Hier musste das Publikum darüber abstimmen, welches Stück am besten zum jeweiligen Kandidaten passt.

Beide Teilnehmer begannen mit weichen Balladen. Roman Lobs „Conflicted“ war eine typisch amerikanische Mainstream-Rock-Ballade im Stile von Bands wie Kings of Leon oder Creed. De Santis‘ erster Beitrag, „Quietly“ erinnerte an den amerikanischen Weihnachtsklassiker „O Holy Night“ und gegen Ende an eine typische Disney-Musical-Nummer, die sich ja üblicherweise auch bei vielen Popular-Genres bedient.

Guildo, Flops - und dann kam Lena!

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Als Zweites mussten beide Interpreten ein Stück namens „Alone“ singen. Lob interpretierte auch diese Komposition im amerikanischen Mainstream-Stil, diesmal eher an Maroon 5 erinnernd. Für Ornella De Santis war das Stück zu rockig, sie ist nun mal Interpretin von gefühlvollen Liedern, nicht von Rocksongs. Die Jury indes war der Meinung, dass ihr diese Facette gut zu Gesicht steht. Gut möglich, dass die Akustik im Veranstaltungssaal eine andere ist als vor den Bildschirmen.

Dritter Song war „Standing Still“, eine Komposition von Jamie Cullum, die für Lobs begrenzten Stimmumfang gelegentlich eine Nummer zu groß war, beim Publikum aber von vornherein sehr gut ankam. Ornella De Santis kam mit dem Stück wesentlich besser zurecht. Sie gab „Standing Still“ wirklich eine eigene Note.

Das Publikum entschied sich fürs Finale jedoch im Fall von De Santis für „Quietly“, bei Lob erwartungsgemäß für „Standing Still“.

Vorhersehbar

In der zweiten Abstimmung des Abends stimmte das Publikum mit 50,7 zu 49,3 Prozent für Lob. Mit diesem Sieg hat Roman Lob von Anbeginn an jede einzelne Entscheidungsshow gewonnen, was mit zu den schlechten Quoten der „Unser Star für Baku“-Suche beigetragen haben dürfte. „Es ist doch egal, wer am 16. Februar gegen Roman verliert“, war in den letzten Wochen ein vielgehörter Spruch unter den Zuschauern der Sendung. Hier gab es mehr als eine Parallele zu Lena Meier-Landrut, die vor zwei Jahren bei der Suche „Unser Star für Oslo“ ebenfalls von der ersten Folge an der Liebling der jungen Zuschauer war, egal was und worüber sie sang.

Vor der Schlussabstimmung, die Lob mit 50,7 zu 49,3 Prozent gewann, wurden in kurzen Einspielern Beiträge zum ESC gezeigt, die sich in anderen Ländern bereits qualifiziert haben. Hier konnte allerdings nur Island mit Greta Salóme & Jónsi und deren stimmungsvoller Ballade "Mundu eftir mér" überzeugen. Erfahrungsgemäß enden solche landestypischen Songs beim Wettbewerb aber unter "ferner liefen ...".

Inzwischen wurde bekannt, dass Markus Löning, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, die Kandidaten des Vorentscheids in einem Schreiben gebeten, sich über Aserbaidschan zu informieren und für die Meinungsfreiheit in dem Land zu werben. (von Wilhelm Ditzel)

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