Abwechslungsreiches Frühlingskonzert auf hohem Niveau im Wilhelmsgymnasium

Romantik gab’s in vielen Facetten

Kassel. Für einen Moment verwandelt sich die Orgelempore der Aula des Wilhelmsgymnasiums in den mächtigen Bug des Dampferriesen „Titanic“. Zu den Klängen von „My Heart Will Go On“ lassen Darsteller von Jack und Rose aus dem gleichnamigen Hollywoodfilm Seifenblasen auf die unter ihnen spielenden Musiker herabschweben.

Es war vielleicht der kitschigste, aber auch der im heutigen Sinn „romantischste“ Augenblick im Frühlingskonzert, mit dem das Orchester der Schule unter der Leitung von Christopher Hilmes, Maria Weber-Krüger und Margit Birken am Mittwochabend einen beeindruckend großen Bogen schlug. Dabei zeigte sich, was gemäß Konzert-Motto „romantisch“ sein kann, gleichzeitig aber auch, auf wie vielseitigem und hohem Niveau die Schüler musizieren.

In dem eineinhalbstündigen Konzert erklangen wie selbstverständlich Werke der großen Komponisten des 19. Jahrhunderts: Unter anderem das Vorspiel aus Verdis „La Traviata“, das ausdrucksstarke Scherzo aus der Fünften Symphonie Schuberts, außerdem zwei transparent musizierte Ausschnitte aus Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ sowie mehrere Sätze aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“, die bei vielen der über 350 Zuhörer ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Auch das Vororchester zeigte mit zwei arrangierten Stücken Schumanns eine beachtliche Leistung.

Für Spannung sorgten auch die solistischen Auftritte der Abiturienten Dominik Pilatzki, der an der Orgel Brahms’ g-Moll-Präludium zum Leuchten brachte, und Simon Barth, der mit zwei stilsicher, mit großer Virtuosität interpretierten Werken Chopins und Debussys begeisterte. Als Ausflug in den Jazz ließ das Orchester mit Glenn Millers „Moonlight Serenade“ einen euphorischen Konzertabend ausklingen.

Von Felix Werthschulte

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