Das neu gegründete piano.voce.ensemble bekam viel Beifall für das erste Liedfestival in Kassel

Romantik und ein Gustostückerl

Ausdrucksstark: Mezzosopranistin Maren Engelhardt und Klavierbegleiter Michael Kravtchin. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Manche deutschen Wörter sind auch in anderen Sprachen gebräuchlich – wie das Wort „Lied“. Auch im Englischen und Französischen bezeichnet es das deutschsprachige Kunstlied, was auf den einzigartigen Rang von Liedkomponisten wie Schubert oder Schumann hinweist. Um dieses kulturelle Erbe kreiste von Freitag bis Sonntag das erste Liedfestival des piano.voce.ensembles.

Eine großartige Idee auch deshalb, weil namhafte Kasseler Künstler in dem neuen Ensemble mitwirken. Seine Mitglieder sind Traudl Schmaderer (Sopran), Maren Engelhardt (Mezzosopran), Musa Nkuna (Tenor) sowie Michael Kravtchin und Alberto Bertino (Klavier). Hinzu kam als Gast der österreichische Bariton Stefan Zenkl, bekannt von seiner Zeit am Staatstheater.

Ganz lebendig war der Ensemble-Geist bereits am Freitagabend beim Auftakt im sehr gut gefüllten Saal der Musikakademie. Schumanns „Liederkreis“ op. 39 erklang auf originelle Weise, waren doch die einzelnen Stücke dieser genialen Eichendorff-Vertonungen auf drei Sänger und zwei Pianisten aufgeteilt. Was die Atmosphäre unterstützte: Die schwebende „Mondnacht“ war etwa mit Sopran zu hören und das archaisierende „Auf einer Burg“ mit Bariton.

Viel Ausdruck in Gesang und Klavierbegleitung gab es auch zuvor: Maren Engelhardt sang etwa den ganzen Schumann-Zyklus „Frauenliebe und -leben“, Musa Nkuna präsentierte unter anderem Schuberts frischen „Musensohn“ und Traudl Schmaderer Liedperlen von Richard Strauss. Besonders intensiv: Stefan Zenkl mit Michelangelo-Liedern von Hugo Wolf.

Nach jubelndem Beifall glänzte die komplette Besetzung mit einem „Gustostückerl“, wie Zenkl charmant ankündigte: Brahms’ „Ein kleiner, hübscher Vogel“ flatterte walzerselig durch den Saal.

Von Georg Pepl

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