Romantische Klänge aus Südamerika: Das JazzAndino-Quartett im Theaterstübchen

Entspannte Musik: Diego Jascalevich (vorn) mit Gesang und Charangospiel. Links im Hintergrund: Bassist Christof Risch. Foto: Malmus

Kassel. Wenn südamerikanische Musiker von der Liebe träumen, dann brauchen sie dafür nicht immer eine Frau im Arm zu haben.

Eine Gitarre tut es auch, ja sogar ein Instrument, das aussieht, als würde es erst noch eine Gitarre werden – ein Charango. So wie der argentinische Musiker Diego Jascalevich es spielt, klingt alles wie eine Liebeserklärung.

Zusammen mit dem aus Brasilien stammenden Perkussionisten Rui Reis, dem in Kassel geborenen Pianisten Michael Müller und dem in Fulda beheimateten Kontrabassisten Christof Risch präsentierte der in Kassel lebende Künstler am Montag südamerikanische Klangemotionen und einen gelungenen Mix aus klassischer Kammermusik und Jazzanleihen. Die romantischen Stimmungen dominierten: Folklore aus Peru, aus Brasilien, ein traditionelles Arrangement aus Bolivien, bei dem sich alle Instrumente die Melodie teilen: „In Bolivien ist das sehr beliebt“, erzählt Jascalevich. „Hunderte kommen da zusammen und spielen die gleiche Melodie – ein Ereignis.“

Auch über die Ursprünge des Charango berichtete Jascalevich: „Das Instrument wurde für die südamerikanischen Indios erfunden, die als Sklaven kein Instrument spielen durften. Sogar eine Seele wurde ihnen abgesprochen.“

Wie viel Seele in dem kleinen Instrument steckt, demonstrierte Jascalevich etwa mit „Eu sei que vou te amar“, einer leisen, zärtlichen Komposition des Brasilianers Antonio Carlos Jobim (1927-1994). Aber auch als Kollektiv begeisterten die Musiker, agierten feinfühlig und gut aufeinander abgestimmt – auch bei Jazz-Standards wie „A Night In Tunisia“ von Dizzy Gillespie (1917-1993).

Zum Schluss zeigte noch der chilenische Congaspieler Arturo Leyton sein Können. Viel Applaus der nur knapp 30 Besucher, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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