Der Unichor Cantiamo Piccolo präsentierte sich vielseitig

Romantische Reise

Meisterten Schwieriges: Die Sänger des 16-köpfigen Unichors Cantiamo Piccolo in der Friedenskirche. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ende der 50er-Jahre sorgte Theodor W. Adorno mit seiner „Kritik des Musikanten“ für Aufsehen. In diesem Aufsatz äußerte der Mitbegründer der Frankfurter Schule sein Unverständnis für die Verehrung des Barockkomponisten Heinrich Schütz durch die Jugendbewegung und wertete diesen im Vergleich zu den Komponisten des 20. Jahrhunderts ab.

Dass Andreas Cessak, der Leiter des Chores Cantiamo Piccolo, in dieser Hinsicht eine vollkommen andere Meinung vertritt, bewies das Konzert seines A-cappella-Chores in der Friedenskirche am Montagabend. Mit Werken von Schütz, Monteverdi, Weelkes und Lechner stand das abwechslungsreiche Konzert ganz im Zeichen des 16. und 17. Jahrhunderts.

Insbesondere bei den Werken des Frühbarockes wie Monteverdis bekanntem „II Lamento di Arianna“ brillierte der 16-köpfige Chor der Universität Kassel mit großer Stilsicherheit und schönem Chorklang. Selbst die unangenehm zu singenden chromatischen Linien und dissonanten Zusammenklänge einiger der aufgeführten Werke meisterte der Chor souverän. Angetrieben vom klaren und gut strukturierten Dirigat des Chorleiters Cessak.

Im ersten Teil des Konzertes drehte sich dabei alles um das Thema Liebe. Hierfür lud der Chor die 80 Zuschauer zu einer musikalischen Zeitreise ein. Von den Werken alter Meister über den Romantiker Brahms bis hin zu den selten gehörten Shakespeare-Songs des Gegenwartskomponisten Jaako Mäntyjärvi wurde eine breite musikalisch-stilistische Palette geboten. Dabei wusste in dem insgesamt gut aufgelegten Chor besonders der strahlend klare Sopran zu überzeugen.

Ein Höhepunkt des Abends war schließlich das hervorragend vorgetragene Werk „The woman with the Alabasterbox“ des Komponisten Arvo Pärt. Dies bildete zusammen mit Werken von Heinrich Schütz den geistlichen zweiten Teil des Konzertes.

Von Sebastian Krämer

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