Der Sänger und Songschreiber Julian Dawson in der Kreuzkirche

Ein romantischer Spaßvogel

Musiker mit Herz und Humor: Julian Dawson. Foto: Schachtschneider

Kassel. Julian Dawson ist nicht nur ein gefühlvoller Interpret, er ist auch ein ausgesprochen humorvoller Geschichtenerzähler: „In einem meiner Lieder gibt es die Zeile ,the wheels slow down‘, das widme ich meiner Fahrt heute auf der A 5. In zwei Stunden habe ich drei Kilometer geschafft.“

Am Sonntag gastierte der sympathische Vollblutmusiker, der in seiner Jugend Kunst studierte und dabei feststellte, dass ihm die Musik mehr bedeutet als die Malerei, vor 100 Besuchern in der Kreuzkirche im Rahmen der Reihe „Weltmusik“. Mit ihm auf der Bühne: der aus Hamburg stammende Gitarrist Ulli Kringler.

Zwei akustische Gitarren, eine Stimme – wird Musik auf diese Weise zelebriert, hat sie eine besonders persönliche Aura. Zudem harmoniert Kringler auch intuitiv bestens mit dem Briten. Das muss er auch: „Julian spielt immer, was ihm spontan einfällt. Ich weiß es zehn Minuten zuvor noch nicht.“ Auch Kringler überzeugte. Ausgezeichnet seine Nuancierungen, stark seine Soli.

Zum Repertoire des Briten, der seit über drei Jahrzehnten auf der Bühne steht, gehören Soulballaden, Countryanleihen, Blues und Rockabilly-Zitate. Gern schiebt Dawson auch mal eine Cover-Version dazwischen. So mit „All Kings Horses“, das Aretha Franklin in die Charts hob.

Von seiner neuen Live-CD stammten die meisten Stücke an diesem Abend. Besonders beeindruckend sind seine gefühlvollen Balladen. Die singt er mit Engelsstimme. Die meisten davon haben eine lächelnde Lebensbejahung im Kern.

Eine davon hat er seiner 17-jährigen Tochter gewidmet. Das Thema: Das Kind ist erwachsen geworden und verlässt das Zuhause. Gefühlvoll berichtete Dawson darüber, wie er seiner Tochter das Lied vorgespielt hatte: „Erst hat sie geweint, dann ich und dann wir beide zusammen.“

Auch das Publikum war davon nicht weit entfernt. Doch von triefender Melancholie ist Dawson weit entfernt. Nächstes Stück - nächste humorvolle Geschichte oder Anekdote. Viel Applaus, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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