Neu im Kino: Eine unmögliche Beziehung in „Me too“ aus Spanien

Wie Romeo und Julia

Gute Gespräche reichen nicht: Daniel (Pablo Pineda), der am Downsyndrom leidet, verliebt sich. Foto: Movienet

In seinen Träumen liegen ihm die Damen zu Füßen - was kaum geschehen wird, denn Daniel (Pablo Pineda) wurde mit dem Downsyndrom geboren. Das ist 34 Jahre her, aber die Türsteher lassen ihn nicht in die Clubs, weil sie ihn für minderjährig halten. Obwohl er die meisten Kollegen am neuen Arbeitsplatz intellektuell locker in die Tasche stecken würde, traut man ihm nichts zu.

Nur die unangepasste Laura (Lola Dueñas) begegnet dem Neuen im Film „Me too - Wer will schon normal sein?“ unvoreingenommen. Zwischen den Außenseitern entsteht eine Freundschaft. Für Daniel nicht genug: Wie jeder Mann hat auch er Bedürfnisse, die über ein Picknick am Strand und gute Gespräche hinausgehen. Für eine Beziehung ist Laura nicht bereit. Und auch Menschen, die Daniel lieben, raten ihm ab. Sie fürchten, dass der sensible Mann verletzt werden könnte.

Lola Dueñas („Das Meer in mir“), die wohl populärste spanische Charakterdarstellerin ihrer Generation, erntet die Lorbeeren nicht allein. Ihr Kollege Pablo Pineda, der mit seiner Filmfigur das Downsyndrom und den Hochschulabschluss gemein hat, erweist sich als ebenbürtiger Partner. Ein Blick von ihm sagt mehr als jedes Wort.

Nicht einmal ansatzweise keimt im Langfilmdebüt des Regie-Duos Álvaro Pastor und Antonio Naharro verlogene Sentimentalität auf, und „Me too“ kippt nie zum tränenschweren Problemfilm. Der Grundton bleibt heiter und lebensfroh, wie die faszinierenden Einlagen der Behinderten-Tanzgruppe „Danza Móbile“ aus Sevilla.

Genre: Tragikomödie

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!:

Von André Wesche

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.