Kultursommer: Wiener Jeunesse Orchester gastierte in der Sinfonie-Reihe in der Stadthalle

Üppig umjubelt: Mitunter ging beim Auftritt des Jeunesse Orchesters aus Wien richtig die Post ab. Foto: Schachtschneider

Kassel. Das Miniturnier Deutschland gegen Österreich endete mit einem knappen Heimsieg der deutschen Jugendmusikauswahl. Nachdem am Sonntag das Bundesjugendorchester scheinbar uneinholbar vorgelegt hatte, bekam am Mittwochabend im Rahmen der „Sommer Sinfonie“ des Kultursommers das Wiener Jeunesse Orchester die Möglichkeit zu kontern.

Das österreichische Nachwuchsspitzenorchester mit Studenten der Musikhochschulen unseres Nachbarlandes versuchte gleich zu Beginn mit der Suite aus dem „Rosenkavalier“ von Richard Strauss Punkte zu machen. In Sachen Sauberkeit und Geschlossenheit gelang dies unter der Leitung von Herbert Böck auch gut, zu gut, denn ein wenig mehr Schmäh dürfte es bei dieser Musik schon sein, die das geniale Werk auf zwanzig Minuten verkürzt und doch nichts von der Substanz verliert. Vielleicht ist die Oper um die alternde Marschallin auch kein geeigneter Stoff für aufstrebende Musiker von heute.

Eine Sonderwertung verdienten sich die österreichischen Musiker mit der Aufnahme eines modernen Werkes in ihr Programm. Allerdings tat das Klarinettenkonzert „ego eimi“ (ich bin) von Herbert Willi auch nicht sehr weh. Viel gesättigte Stimmung, ein wenig Jazz, hin und wieder eine kleine Eruption, mehr ist nicht zu vermelden außer dem vorzüglichen Klarinettisten Matthias Schorn, mit 29 Jahren schon Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker.

Zum Abschluss dann die üppig umjubelte 7. Symphonie von Antonín Dvorˇák, ein Paradestück für ein junges ungestümes Orchester. Ein wenig behäbig geriet der Beginn, doch spätestens ab dem Scherzo ging die Post so richtig ab. Der dritte Satz und das Allegro-Finale wurden genießerisch ausgekostet, der Dirigent forderte die notwendigen Steigerungen ein und bekam sie. Das Publikum seinerseits forderte eine Zugabe und bekam sie ebenfalls.

Was wäre Wien ohne Johann Strauss? „Rosen aus dem Süden“ füllten die Stadthalle mit ihrem Duft.

Von Johannes Mundry

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