Rückenwind von Raab: Ungewöhnlicher Erfolg des Schlagzeugers Christian Svenson

Am Montag im Kasseler Theaterstübchen: Die Thüringer Band Maras April mit (von links) Michael Murauer, René Schlothauer, Anne-Katrin Hoffmann, Lars Zacharias und Christian Svenson. Foto: nh

Kassel. Im vorigen Sommer bekam der Kasseler Schlagzeuger Christian Svenson einen Anruf, der ihn vor ein Millionenpublikum ins Fernsehen brachte. Am Telefon war sein ehemaliger Kommilitone René Schlothauer, der mit ihm in Kassel Musik studiert hatte. Er fragte, ob Svenson Lust hätte, in einer Band zu spielen, dann könne er bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest antreten. Natürlich sagte Svenson Ja.

Schlothauer wohnt in Mühlhausen und bildet mit der Sängerin Anne-Katrin Hoffmann das Duo Maras April. Mit drei Liedern bewarben sie sich bei dem Pro-7-Musikwettbewerb und wurden genommen. Zu fünft traten sie Ende September für Thüringen bei der Show in der Berliner Max-Schmeling-Halle an und wurden von den TV-Zuschauern als Newcomer überraschend auf den neunten Platz gewählt. Selbst Stars wie Der König tanzt alias König Boris vom HipHop-Trio Fettes Brot ließen sie hinter sich.

Für Svenson war das eine „geniale Erfahrung“, wie er sagt. Dabei war der Profi-Musiker auch vorher schon gut im Geschäft. In Kassel spielt der 36-Jährige im Kindermusikprojekt von Herr Müller und seine Gitarre, bei Voice meets Voice, der Cover-Band 80s Alive und in der Jazz-Formation Cosmolounge. Zudem ist er Mitgründer der „percussion+m drumschool“ – 100 Schlagzeugschüler unterrichtet er mit seinen Kollegen im Musikbunker an der Friedrich-Engels-Straße.

Svenson, der vor seinem Lehramtsstudium schon eine Ausbildung zum Energieelektroniker abgeschlossen hatte, ist also breit aufgestellt. Und doch fühlt er sich musikalisch erst beim Soul-Pop von Maras April so richtig angekommen: „Wenn es auf die zwei und vier knallt, habe ich es am liebsten.“ Der Sound des Quintetts, das offiziell immer noch ein Duo ist, besticht nicht nur durch tanzbare Rhythmen, sondern auch durch Hoffmanns klare Stimme.

Am Montag gastieren Maras April im Kasseler Theaterstübchen. Es ist der Abschluss einer bundesweiten Tour. Auf dem Stadtfest in Mühlhausen spielten sie vor 5000 Fans, in Köln jedoch nur vor 50. Der Rückenwind, den ihnen Stefan Raab beschert hat, hält nicht für immer an, das weiß Svenson: „Wir gehen jetzt den Rock-’n’-Roll-Weg.“

Auf das Theaterstübchen freut er sich besonders. In seiner Heimatstadt haute er schon als Dreijähriger auf die Bassdrum des Schlagzeugers, der mit seiner Kapelle auf Omas Geburtstag spielte. Opa schenkte ihm zu Weihnachten eine Blechtrommel. „Es war klar, dass ich mal Schlagzeuger werden würde“, sagt der zweifache Familienvater, dessen neun Monate alter Sohn auch schon gern mit der Kistentrommel Cayon spielt.

Maras April: Montag, 27. April, 20 Uhr, Theaterstübchen, Jordanstraße 11. Tickets unter 0561/203-204.

Das Album „Maras April“ ist bei Sony erschienen.

Von Matthias Lohr

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