Rückkehr der Indie-Ritter: Das neue Album der Arctic Monkeys

Nach dem sensationellen Debüt „Whatever People Say I Am“ (2006) und drei eher durchschnittlichen Alben danach hatte man die Arctic Monkeys in die Liste der enttäuschten Indie-Hoffnungen eingetragen. Zu früh, wie es scheint.

Denn ähnlich wie Franz Ferdinand, die sich nach einigen Enttäuschungen im August mit einem fulminanten Album zurückmeldeten, sind die Arctic Monkeys mit „AM“ wieder zu alter Form zurückgekehrt. Und nicht nur das: „AM“ lässt, gerade wenn man es in Verbindung mit dem Debüt sieht, ahnen, dass die Band aus Sheffield am Ende dieses Jahrzehnts zu den ganz großen britischen Legenden zählen könnte.

Ihr Auftritt beim diesjährigen Glastonbury-Festival soll ebenso viele Zuschauer angezogen haben wie der der Rolling Stones. „AM“, das sind 42 Minuten perfekter Britpop. Schon der erste Song, „Do I Wanna Know?“ kann mit jedem Kracher des Debüts mithalten, wird aber nach viereinhalb Minuten schon überboten von „R U Mine“ mit seinen schmutzigen Riffs und dem darauf abgestimmten Gesang.

Und es kommt noch besser: „Arabella“ hebt die Arctic Monkeys auf Beatles-Niveau und „I Want It All“ bringt die goldenen Zeiten von T.Rex zurück. Der Rest ist ohne Fehl und Tadel. Fazit: Die Zukunft der Arctic Monkeys hat erst jetzt begonnen. Extra-Lob gibt es für das an einen BH erinnernde gelungene Cover.

Arctic Monkeys: AM (Domino). Wertung: fünf von fünf Sternen

Von Wilhelm Ditzel

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