Max Rafferty spielte völlig unaufgeregt im Kulturzentrum Schlachthof

Das ruhige Auge im Sturm

Träge Ausstrahlung: Max Rafferty im Schlachthof. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ein Großereignis jagt das andere, da wirkt ein dezentes Gitarrenkonzert wie das ruhige Auge in einem Sturm. Max Rafferty, ehemals Bassist der englischen Indie-Band The Kooks, klampfte sich im luftig gefüllten Saal des Kulturzentrums Schlachthof durch ein pop-folkloristisches Mischprogramm, das nicht durchgehend von außergewöhnlicher Qualität war.

Den Auftakt gestaltete die zart-smarte Gitarristin und Sängerin Jessica Bishop, die mit rückenfreiem Pullover und Joni-Mitchell-Timbre ansprechende Songs präsentierte. Ihre Eigenkomposition „Saw before you came“ sollte man sich merken. Dass Max Rafferty nicht gerade seinen vitalen Höhepunkt des Jahres durchlebte, konnte man ihm ansehen. Er begleitete Bishop in ihrem Vorprogramm und übernahm dann mit Tourmanager und Gitarrist Chris das Konzertgeschehen. Mit glasigen Augen, trägem Liedaufschlag und einer Stimme, die in ihrer Rauheit und Prägnanz an Gnarls Barkley erinnert, wanderte er durch einen Songzyklus, der mangels Abwechslung nach einiger Zeit etwas langweilte.

Kraftvoll sein Timbre, einprägsam sein Vibrato, imposant seine Intonation - doch bis auf das herausragende „Dangerous“ ein Programm ohne zwingenden Charakter. Das Publikum sorgte dabei für entspannte Lagerfeueratmosphäre. Man genoss das Gehörte lässig abhängend am Stehtisch oder im Schneidersitz vor der Bühne und wurde nur selten tänzerisch aktiv. Doch gerade in der Unaufgeregtheit der Ereignisse lag der Reiz.

Von Andreas Köthe

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