Chor Provocale mit seinem neuen Programm

Rund ums Geld

KASSEL. In der Innenstadt zogen am Samstag die „Markt- und Kulturtage“ viele Menschen an. Da passte das Motto des neuen Programms des Chors Provocale: „Nur wer im Wohlstand lebt …“. Der gewerkschaftsnahe Chor mit Leiterin Martje Grandis allerdings huldigte dem Konsumgebot nicht, sondern löckte in interessanter, gut zusammengestellter Abfolge von 25 Chorsätzen wider den Stachel.

Im ersten Teil gab es das unverzichtbare „Money, Money“ von ABBA, das originelle „Lied des Beschwichtigung-Politikers“ oder Herbert Grönemeyers „Keine Heimat“ mit den eindringlichen Worten „… die Seele verhökert, alles sinnentleert“. Die vierzig Sänger, die in einigen Nummern von Hartmut Schmidt am Klavier begleitet wurden, hatten sich wie zu einer Party verkleidet, standen und saßen locker verteilt auf der Bühne und machten die Situation durch schauspielerische Einlagen anschaulich. Die sängerische Qualität war in diesem Teil allerdings nicht befriedigend, in Details und manchmal auch im Ganzen hakte es. Die ungnädige Akustik des neuen Konzertsaals der Universität verstärkte diesen Eindruck noch.

Nach der Pause präsentierte sich der Chor in dem überhitzten Raum in der üblichen Aufstellung, was dem Ergebnis sehr guttat. Nun wurde miteinander, nicht nebeneinander gesungen, was zu recht passablen bis guten Resultaten führte, zu hören in Stücken wie „An Tagen wie diesen“ mit Rap-Einlagen, in der „Ballade vom angenehmen Leben“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill oder in der ersten Zugabe, „Steh auf, wenn du am Boden bist“ von den „Toten Hosen“.

Die 200 Zuhörer schwitzten und belohnten die Steigerung mit großem Applaus.

Von Johannes Mundry

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