Harleshäuser Musikfest: Gutes Niveau und einige herausragende Beiträge beim Abschlusskonzert

Ein Russe am Klavier stach alle aus

Bekam den meisten Applaus: Pianist Anton Igubnow. Foto: Malmus

KASSEL Großes Finale in der Erlöserkirche. Mit dem Konzert am Freitagabend vor gut hundert Zuhörern ging das zweite Harleshäuser Musikfest zu Ende. Zehn Teilnehmer der Meisterkurse gaben Proben ihres Könnens, und im Durchschnitt hatten die Vorträge - einzelne Sätze aus Sonaten und Konzerten - ein gutes Niveau.

Zu Recht bekam der Russe Anton Igubnow den meisten Beifall. Er spielte sechs Préludes für Klavier seines Landsmanns Sergej Rachmaninow mit der größten Selbstverständlichkeit, als hätte er die schwere Stücke mit der Muttermilch eingesogen. Künstlerisch wie technisch war dies mit Abstand die beste Darbietung des Abends. Ähnlich gut präsentierte sich Fangyuan Liu, die das aus der Dramaturgie des Abends herausfallende Solostück für Flöte „Density 21,5“ von Edgard Varèse spielte. Nicht nur technisch, auch musikalisch bestens präpariert zeigte sich Isaac Espinoza, der das „Allegro amabile“ aus der A-Dur-Violinsonate von Brahms einstudiert hatte.

Nach der Pause gab es ein ganzes Flötenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Begleitet vom Harleshäuser Kammerorchester unter Matthias Enkemeier spielten Wenyi Hu (1. Satz) und Kaori Ioka (2. und 3. Satz) den Solopart. Beide standen spürbar über den Noten und verstanden es, eigenständig zu gestalten.

Weitere Vorträge, denen zum Teil noch ein letzter Schliff an Interpretation fehlte, trugen Julia von Allwörden-Eberling (Violine), Irene Martignoni (Violine), Nozomi Endo (Cello), Matthias Greenslade (Gitarre) und Elisabeth Horn (Violine) bei.

Und damit bei all den Spitzenwerken der Musikgeschichte die Erdung nicht verloren ging, vereinten sich am Ende alle, auch das Publikum, in der Aufführung einer etwas missglückten Harleshäuser Musikhymne, wahlweise in Hochdeutsch oder Kasselänisch (Harleshüsisch?) zu singen.

Von Johannes Mundry

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