Sänger und Gitarrist Patrick De Santos im Schlachthof 

Beeindruckende Stimme und viel Fröhlichkeit: Patrick De Santos im Schlachthof. Foto: Schachtschneider

Kassel. Obwohl die Sonne auf den Kapverdischen Inseln auf reichlich wirtschaftliche Not strahlt, klingen ihre Musiker nicht selten, als könne man dort nichts anderes als Frieden, Fröhlichkeit und Wellenreiten erleben.

Auch für den Sänger und Gitarristen Patrick De Santos gilt das. Am Mittwoch gastierte der Künstler, der bereits dreimal den Washington Area Music Award als bester Latin-Sänger gewann, im gut gefüllten Kulturzentrum Schlachthof.

Bemerkenswert und wohltuend ansteckend, wie viel Fröhlichkeit bei seiner Musik, einer Melange aus kapverdischen und brasilianischen Rhythmen und jazzigen Harmonien, rüberkommt. Neben seiner Musik beeindruckt vor allem seine Stimme.

De Santos ist ein wahrer Stimm-Akrobat. Hohe Töne, tiefe, Rhythmus und Jazzgesang gehen bei ihm fließend ineinander über. An Bobby McFerrin oder Al Jarreau erinnert er dann. Immer wieder forderte er das Publikum zum Mitsingen kleiner Silbenfolgen auf. Das brachte Spaß, denn in dieser Höhe zu singen, ist Freizeit-Barden nicht gegeben. Begleitet wurde der sympathische Künstler von „meinen drei Dolmetschern“, wie er augenzwinkernd verkündete: die Formation Conjunto Creolo, zu der Gerd Stein (Gitarre), Peter Herrmann (Bass) und Markus Leukel (Schlagzeug) gehören.

Es sind durchweg gute Musiker. Gekonnt die Soli von Gitarrist Stein: Eine gewisse Vorliebe für Carlos Santana würde er sicher nicht leugnen. Die Musik kommt schwungvoll rüber, aber nie aggressiv oder gehetzt. Die akustische Gitarre von De Santos geht oft etwas unter, nicht aber sein prächtiger Gesang. Der gleitet, besonders in den hohen Etagen, wie ein Sonnenstrahl über das Meer. Auch Ohrwürmer, die man nicht unbedingt erwartete, begeisterten. Zum Beispiel der viel zitierte Klassiker „The Girl From Ipanema“ . Patrick De Santos brachte ihn als reine Vokalinterpretation. Sonniger Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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