Auftritt im Club 130 bpm am 22. November 

Sänger Sasha: „Auch ich bin mal ein Arschloch“

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Will vom Schmusesänger-Image weg: Sascha Röntgen-Schmitz.

Sasha war mit Pop-Hits und als Dick Brave erfolgreich - trotzdem galt er als Schmusesänger. Nun befreit er sich von seinem Image und sagt vor seinem Auftritt in Kassel: "Auch ich bin mal ein Arschloch."

Jahrelang hatte Sascha Schmitz Angst davor, über die Liebe zu singen. Der Westfale aus Soest ist ja nicht Herr Schmitz, sondern einfach Sasha, seitdem er 1998 als Gastsänger der Rapperin Young Deenay und dem Hit „Wannabe Your Lover“ bekannt wurde - oder besser: Er ist der Schnulzensänger Sasha.

So nannten ihn die Medien. „Deutschland ist langsam, was die Schubladen angeht“, sagt der 43-Jährige, der rauswollte aus dieser Schublade: „Jahrelang habe ich mich dagegen gewehrt, über die Liebe zu singen.“ Auf seinem aktuellen Album, das Sasha am 22. November mit seiner Band im Kasseler Club 130 bpm (ehemals Musiktheater) vorstellt, tut er es trotzdem. „The One“ ist ein reifes Pop-Album mit Swing-Anleihen und orchestralen Momenten, vor allem aber ist es eine Befreiung.

„Ich wollte mich nicht mehr daran hindern lassen, ,I love you’ zu singen. Ich habe einfach befreit aufgespielt“, sagt Sasha, den nicht wenige Musik-Fans zuletzt aus dem Blick verloren hatten. Dabei war er nie weg, sondern einfach Dick Brave.

Das ist das originelle Alter Ego, das sich der Wahl-Hamburger 2003 ausgedacht hatte. Als Dick Brave & The Backbeats (was eine schöne Anspielung auf Nick Cave & the Bad Seeds ist) spielte Sasha Rockabilly. Er gab sich als Kanadier aus, der gebrochenes Deutsch spricht. Es gab sogar eine fiktive Pro-7-Doku, in der der Komiker Klaas Heufer-Umlauf den angeblich verschwundenen Dick Brave sucht („Finding Brave“).

Heute sagt Sasha: „Das Projekt war fast schon zu gut, so dass man mich nicht mehr als eigenständige Person wahrnehmen konnte.“ Die Lieder, die man nun auf „The One“ hört, sollten ursprünglich Dick-Brave-Songs werden - bis Sasha merkte, dass sie besser zu ihm selbst passen.

Eines heißt „Me And My Gorilla“ und handelt davon, „das Arschloch in einem selbst zu akzeptieren“, wie Sasha es formuliert: „Jeder ist mal ein Arschloch, auch ich. Man ist nicht durchgehend nett.“ Man sollte aber nicht denken, dass Sasha jetzt zu einer Art Dieter Bohlen geworden wäre. Im Gespräch ist er immer noch sehr sympathisch.

Ohnehin hat der Fan von Borussia Dortmund bewiesen, dass man auch erfolgreich sein kann, ohne ein Arsch zu sein. Sasha hat mehr als drei Millionen Tonträger verkauft sowie drei Echos, einen Bambi und eine Goldene Kamera erhalten. Seine ersten sieben Alben haben es alle in die Top Ten geschafft. „The One“ landete nur auf Rang 18, aber Sasha ist auch so „mehr als zufrieden“.

Und glücklich. Im Juli hat er seine PR-Managerin Julia Röntgen geheiratet. Er heißt jetzt offiziell Sascha Röntgen-Schmitz. Trotzdem bleibt er natürlich Sasha. Als gerade bekannt wurde, das der Musiker im Frühjahr neben Lena Meyer-Landrut und Mark Forster in der Jury der Sat.1-Castingshow „The Voice Kids“ sitzt, lautete eine Schlagzeile: „Schmusesänger Sasha wird neuer Juror.“

„The One“ ist bei Sony erschienen.

Sasha spielt am 22. November, 20 Uhr, im Kasseler Club 130 bpm (bislang Musiktheater), Angersbachstraße 10. Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.  

Zur Person

Geboren: am 5. Januar 1972 als Sascha Schmitz in Soest

Ausbildung: Sport- und Germanistikstudium (abgebrochen)

Karriere: Schon als Gastsänger der Rapperin Young Deenay landete Sasha 1998 einen Hit („Wannabe Your Lover“). Im selben Jahr erschien sein Debütalbum „Dedicated to …“. Seither zahlreiche Hits - auch unter dem Namen Dick Brave.

Privates: Sasha war mit der Die-Happy-Sängerin Marta Jandová zusammen (2003-2008). Im Juli heiratete er in seiner Wahlheimat Hamburg seine PR-Managerin Julia Röntgen, seitdem heißt er Sascha Röntgen-Schmitz.

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