Sahnestückchen für die Ohren: Sound Of Change im Opernfoyer

Kammerkonzert mit dem Quartett Sounds of Change: (von links) Detlef Landeck, Christoph Baader, Sabine Roppel und Donato Deliano. Foto: Fischer

Kassel. Schon immer war es für Musiker eine Herzensangelegenheit, sich von den Jahreszeiten inspirieren zu lassen. Für das Programm der Formation Sounds Of Change standen Schöpfungen von Größen wie Franz Schubert, Henry Purcell, George Gershwin, Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch von der Pop-Ikone Prince und Stimmraubein Tom Waits Pate. Das Ziel des Quartetts: Das Charisma der Originale wahren, aber völlig eigenständig neu interpretieren. Eine Zielsetzung, die vortrefflich gelang.

Mit ihrem Programm „A Charming Night“ verzauberten die Sängerin Sabine Roppel, Christoph Baader (Posaune/ Bassflügelhorn), Detlef Landeck (Posaune/Akkordeon) und Donato Deliano (Klavier) am Montag das Publikum im gut besuchten Opernfoyer. Dazu noch die Sonnenstrahlen, die während des Konzertes durch die großen Fenster in den Saal strömten, und der Genuss war komplett.

Eine Prise Jazz, zwei Teelöffel Klassik, intelligent gestrickte Arrangements und eine sehr innovative und emotional ausgerichtete Dramaturgie mischten sich zu einem Hörerlebnis. Das alles eingebettet in eine gekonnt puristisch geformte Klangarchitektur – großartig. Gänsehaut als Dauerzustand.

Bis auf Detlef Landeck verdienen alle Musiker des Quartetts ihre Brötchen im Staatstheater Kassel. Im Mittelpunkt: Sabine Roppel, die nicht nur ihre Vielseitigkeit – Jazz, Pop, Klassik – demonstrierte, sondern auch mit berührend emotioneller Tiefe sang. Einige Beispiele für die musikalische Vielfalt des Programms: Bearbeitungen von Henry Purcells „One Charming Night“, Frühlingsgrüße aus der Feder von Mendelssohn, das Prince-Stück „Sometimes It Snows In April“, Gershwins „Summertime“ und von Tom Waits: „The Last Rose Of Summer“.

Großartig wie zart Landeck das Akkordeon einfließen ließ, wie feinfühlig die Posaune von Christoph Baader kam, wie verträumt Donato Deliano das Klavier als Teppich und als perlende Begleitung unterlegte und wie Sabine Roppel ihr Herz auf der Zunge hatte. Lang anhaltender Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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