Der Chor der Musikakademie trat zum Abschluss des Semesters in der Rosenkranzkirche auf

Die Saiten der Seele konnten schwingen

Thomas Pieper

KASSEL. Die Saiten der Seele zum Schwingen bringen, sich der Botschaft der Musik öffnen. Mit diesem Auftrag hieß Pfarrer Paul Schupp die etwa 40 Zuhörer und die Ausführenden in der Rosenkranzkirche am Bebelplatz willkommen: den Chor der Musikakademie unter Thomas Pieper; Peter Gries, Yu Chen, Yanfei Fang, Yishi Zhao, Violen; Johannes Weber, Violoncello; Martina Hümmer, Sopran; Maria Jesus Montjo, Violoncello; Akiko Hikita, Orgel.

Thomas Pieper, der die Leitung neu übernommen hat, und seine Sänger ließen sich das nicht zweimal sagen. Sie kreierten mit vier sehr innig, aber völlig kitschfrei musizierten Sätzen aus der Missa Sancti Crucis, Op. 151 des Romantikers Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901) den Höhepunkt. Leuchtende Melodiebögen im „Kyrie“, deutliche, lebendige Artikulation im „Sanctus“ ermöglichten echten Genuss.

Meditatives gab es auch von Telemann. Eine Kantate aus dem Zyklus „Der Harmonische Gottesdienst“ bot Sopranistin Martina Hümmer Gelegenheit, ihre warme Stimme vorzustellen: „Unbegreiflich ist dein Wesen“ geriet intonationssicher und textverständlich. Es schien, als fühle sie sich gerade in der höheren Lage pudelwohl. Lediglich die Koloraturen erklangen in der Atemführung etwas unruhig.

Zu Beginn hatte ein Ensemble aus vier Violen und Cello ein gerade durch die Besetzung ungewöhnliches Schmankerl serviert: Es gab eine engagiert musizierte Fassung der „Cassatio in F“ des Wiener Klassikers Anton Wranitzky (1761-1820). Insbesondere im zweiten Satz gelangen den Streichern schön herausgearbeitete dynamische Kontraste. Das Publikum dankte mit freundlichem Beifall.

Von Susanna Weber

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