Zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit

Klingende Akrobatik: Das Quartett Salut Salon im Kasseler Schauspielhaus

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Eine andere Art Kammermusik: Salut Salon mit (von links) Anne-Monika von Twardowski (Klavier), Angelika Bachmann (Violine), Sonja Lena Schmid (Violoncello) und Iris Siegfried (Violine).

Kassel. Was sonst nur Popstars gelingt, hat das Hamburger Frauenquartett Salut Salon mit Vivaldi und Mozart geschafft: 20 Millionen Mal wurde ihr Musikvideo geklickt.

Es zeigt eine unglaubliche Mischung aus Kammermusik und Instrumentalakrobatik. Da wird etwa Mozarts „Sonata facile“ rücklings am Klavier gespielt.

Auf einhellige Begeisterung stieß die famose Gruppe am Tag vor Heiligabend im fast ausverkauften Kasseler Schauspielhaus. Titel des Gastspiels: „Morgen kommt Salut Salon“. Es war ein perfekt abgeschmecktes Weihnachtsmenü mit vielen Zutaten.

Virtuos mischten Angelika Bachmann, Iris Siegfried (Violine), Sonja Lena Schmid (Violoncello) und Anne-Monika von Twardowski (Klavier) die Genres. Sie spielten Stücke von Corelli bis Piazzolla mit Brillanz, ohne Podiumssteifheit und Noten. Sie klopften freche Sprüche, wobei Geigerin Bachmann den Part des Festtagsmuffels übernahm: „Ich hasse Weihnachten!“

Der wundersame Abend brachte den „Quotenmann“ Oskar – eine Handpuppe – ebenso wie eine Hommage an den postmodernen Komponisten Alfred Schnittke: „Stille Nacht“ wurde zum sphärischen Gebilde mit singender Säge. Und selber singen konnten sie auch. Zum Beispiel den Swing-Hit „Mr. Sandman“ als heiße Liebeserklärung an einen Schneemann: „Ich hab dich geliebt, so sehr, dass nichts mehr von dir übrig blieb.“

Ein perfekter Mix aus Unterhaltung und Ernsthaftigkeit: Von trauriger Aktualität war das Debussy-Stück „Weihnachten der Kinder, die kein Zuhause mehr haben“. Ein rasanter Knaller war hingegen ein TV-Medley samt parodistischer Jodel-Einlage.

Nach Ovationen und rhythmischem Klatschen begannen die Zugaben mit der akrobatischen Vivaldi-Mozart-Weill-Nummer. Kleiner Unterschied zum Video: Statt „Mackie Messer“ gab‘s „Rudolph, The Red-Nosed Reindeer“.

Von Georg Pepl

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