Der Kasseler Maler Michael Evers stellt derzeit in Berlin aus

Sanfte Kraft der Natur

Michael Evers

Kassel/Berlin. Neben der Malerei ist es die Philosophie, mit der sich der Kasseler Künstler Michael Evers (58) besonders intensiv beschäftigt. Genauer: die Naturphilosophie ausgehend von Hegel und Schelling. Dies und die intensive Auseinandersetzung mit der Natur finden ihren Niederschlag in Evers’ Malerei, die sich in den vergangenen Jahren zweigleisig entwickelt hat.

Zum einen arbeitet Evers abstrakt mit einem Ordnungsprinzip, das er Wellenstruktur nennt. Zum anderen entstehen aus einem ähnlichen Strukturansatz figürliche Bilder mit Bezügen zur griechischen und germanischen Mythologie. Beide Arbeitsfelder sind in einer Ausstellung in der Berliner Morgenstern-Galerie vereint, wo Evers derzeit 19 Gemälde präsentiert.

Evers, der in Kassel seit vielen Jahren die Freie Schule für organische Gestaltung leitet, hat der Ausstellung den Titel „Erde ist Meer. Wellenlogik“ gegeben. Darin schwingt mit, dass die Wellenstruktur, die seine abstrakten Bilder mal stärker sichtbar, mal bloß angedeutet durchzieht, kein festes Raster bedeutet. „Ich arbeite an der Verflüssigung der Form“, sagt Evers. Die Verbindung von Meer und Wellen ist für Evers auch keine bloß äußerliche. Das Meer mit seiner unbestimmten Tiefe stehe auch für das Unbewusste, aus dem heraus die Bilder entstehen.

Evers beschränkt sich in jüngerer Zeit weitgehend auf Farbtöne im Bereich braun, grau und grün. „Es geht mir um eine Atmosphäre von Licht und Dunkel“, sagt Evers. In seinen jüngsten Bildern entwickelt er abstrakte Farbfelder zu gegenständlichen Motiven weiter. Man erkennt darin lichte Wälder. Er wolle aber keine Idyllen malen, sondern Gegenbilder zur technisch-industriellen Umwelt, die Natur sei für ihn Quelle der Energie und Inspiration. Wie stark der Energiezufluss aus der Natur ist, zeigen Evers’ Bilder auf eindrucksvolle Weise.

Bis 24.5., Morgenstern-Galerie, Budapester Straße 14, Berlin.

Von Werner Fritsch

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