Die Kasseler Jazzformation Blue Break in der Komödie

Mit sanfter Dynamik

Reife Leistung: Die jungen Musiker vom Kasseler Trio Blue Break traten in der Komödie auf. Es musizierten Max Mäckel (Klavier), Judith Krischke (Kontrabass) und Karl Degenhardt (Schlagzeug). Foto:  Malmus

Kassel. Jazz in der Komödie. Doch nicht die Premiere eines Stückes, in dem die Filigrantechnik introvertierter Musiker auf die Schippe genommen wird, stand auf dem Plan, sondern das Gastspiel eines bemerkenswerten Jazz-Newcomer-Trios.

Blue Break nennt sich die junge Formation. Zum ersten Mal überhaupt gab es Jazz in der Komödie. Man kann Komödien-Leiter Michael Kaiser zu seinem Vorhaben, Nachwuchskünstlern, auch Jazzmusikern, eine Chance und Bühne bieten zu wollen, nur gratulieren.

Nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit ihrer unbeschwerten Aura verdienten sich die Jazz-Frischlinge Max Mäckel, 20 Jahre alt (Flügel), Karl Degenhardt, 20 Jahre alt, (Schlagzeug) und Judith Krischke, 22 Jahre alt, (Kontrabass), die Gunst der 75 Besucher: „Wenn du noch mal Hallo sagen möchtest, tu es jetzt“, forderte Mäckel lachend seinen Mitspieler am Schlagzeug auf. Für Degenhardt, den Spaßmacher in der Band, eine willkommene Gelegenheit: „Ich grüße meine Eltern“.

Romantische Klangfarben und eine sanfte Dynamik prägen die musikalische Aura der Stücke. Obwohl die Kompositionen überwiegend von Max Mäckel stammen, lebt die Musik des Trios, das 2009 mit dem Kasseler Kunstpreis geehrt wurde, von der Individualität der einzelnen Persönlichkeiten. Mäckel ist ein feinsinniger Tasten-Tüftler. Mit einer für sein Alter erstaunlichen musikalischen Reife verlieh der junge Pianist seinen Stimmungsbildern Tiefe, Sensibilität und Dynamik.

Karl Degenhardt am Schlagzeug bewies gutes Rhythmusgefühl, spielte facettenreich und experimentierfreudig, wenngleich auch in manchen Passagen ein wenig zu wuchtig. Kontrabassistin Judith Krischke darf man als Mittlerin deuten. Sie erdet die unterschiedlichen Temperamente ihrer Mitspieler und verfügt zudem über ansprechende spieltechnische Fähigkeiten. Viel Applaus und eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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