Kasseler Preis für Autorin Rebekka Kricheldorf

Satirischer Blick in Abgrund des Alltags

Rebekka Kricheldorf Foto:  nh

Kassel. In Kassel ist die Sprachkunst der jungen Theaterautorin Rebekka Kricheldorf bestens bekannt. Das Staatstheater hat ihr zwei Stückaufträge gegeben, 2006 für die Märchenpersiflage „Rosa und Blanca“, 2009 für „Das Ding aus dem Meer“. Außerdem übersetzte sie die Shakespeare-Komödie „Ein Sommernachtstraum“ für die umjubelte Aufführung in der Kasseler Karlsaue 2009.

Kricheldorf erhält in diesem Jahr den Förderpreis Komische Literatur auf Vorschlag ihres Verlags Kiepenheuer Bühnenvertrieb. Das gab Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen bekannt. Der Preis wird von der Stadt Kassel und der Stiftung Brückner-Kühner zusammen mit dem Literaturpreis für grotesken Humor überreicht und ist mit 3000 Euro dotiert. Den Literaturpreis erhält, wie berichtet, Herbert Achternbusch.

Die Jury nennt die 1974 in Freiburg geborene Autorin „eines der interessantesten Talente der jungen deutschsprachigen Theaterdichtung“. In ihrer Preisbegründung heißt es: „Beeindruckend ist dabei ihr so poetischer wie humorvoller Umgang mit Sprache: als Spielmaterial für den Entwurf schräger Figuren, für die oft persiflierende Zeichnung moderner Märchen und Mythen, für die satirische Verdichtung heutiger Themenmärkte, (...) gebrochen an der Banalität des Alltäglichen.“

Kricheldorf ist seit September 2009 Hausautorin am Theaterhaus Jena. Dort läuft ihre neueste Arbeit „Villa Dolorosa“ mit Motiven von Tschechows „Drei Schwestern“. Sie hat in Berlin szenisches Schreiben studiert und 15 Dramen verfasst. Für „Kriegerfleisch“, das sie mit dem jetzigen Staatstheater-Intendanten Thomas Bockelmann in dessen Münsteraner Zeit realisierte, erhielt sie 2003 den Kleist-Förderpreis.

Die Preisverleihung findet im Kasseler Rathaus am 27. Februar, 18 Uhr, statt, Laudatio: Thomas Bockelmann.

Von Bettina Fraschke

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