Vom Saumagen bis Astro-TV

Kabarettist Urban Priol zeigte sich in Hochform beim Auftritt in Vellmar

Wirbelwind: Urban Priol in Vellmar. Foto: Fischer

Vellmar. Warum CDU-Wähler die Glücklichsten sind? Jetzt ist es raus: „Weil die sich am wenigsten für Politik interessieren.“ Wie viel zahlen Frauen, „die einzige Beute, die dem Jäger auflauert“, pro Minute beim Sender Astro-TV, und was wird ihnen da hellseherisch geweissagt? „4,95 Euro, und dass sie bald eine Menge Geld verlieren“.

Warum nützt „alles hinschmeißen und nur noch in den Wald flüchten“ auch nicht mehr? Weil da „Google-Forest schon wartet.“

Der Kabarettist Urban Priol war am Samstag in der ausverkauften Mehrzweckhalle in Vellmar-Frommershausen wieder mal in bester Austeillaune.

Die zappelige Spürnase aus Aschaffenburg war mächtig sauer auf all das, was hilflosen Kleinbürgern so um die Ohren fliegt oder geknallt wird. Typisch Priol war, dass er seine Lieblingsfeinde aus der Politik wie gewohnt nicht nur sezierte und zitierte, sondern das auch wild herumrasend, heftig gestikulierend und dabei so blitzlichtartig schnell parodierend tat, dass man trotz der Schwere seiner Themen aus dem Lachen kaum heraus- kam.

Kohl kriegt sein Fett weg

„Der Dicke“ – an Priols Zungenschlag war schnell zu merken, dass er Kohl meint – „nominiert für den Friedensnobelpreis?“. Priol kommt bei seiner Begründung ins Grinsen: „Weil bei seinem legendären Saumagen-Essen niemand erstickt ist?“

Wie zu erwarten bekommt nicht nur der Altbundeskanzler sein Fett weg, sondern auch viele andere Volksvertreter. So Ursula von der Leyen – „Uschi, das blonde Fallbeil“, Angela Merkel – „die trampelt durch Europa und fragt: Noch was zum Zerdeppern da?“ Auch vor Altkanzler Helmut Schmidt macht Priol nicht halt: „Soll ich Ihnen was verraten? Der ist schon tot. Reemtsma hat ihn nachgebaut.“

Über drei Stunden reine Spielzeit schwadronierte er sein Unbehagen von der Bühne und bekam dafür anhaltenden Beifall und jede Menge lautstarke Zustimmung.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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