Die Savanne wird größer: Der Disney-Klassiker „Der König der Löwen“ in 3D

Freude über das Löwenbaby der nächsten Generation: Der erwachsen gewordene Löwe Simba (links), seine Gefährtin Nala und der weise alte Pavian Rafiki präsentieren den Thronfolger, der noch etwas verschreckt wirkt. Foto:  Disney

Wenn die Tiere der afrikanischen Savanne zum Königsfelsen ziehen, die Elefantenherde sich behäbig vorwärtsschiebt, die Antilopen übers Gras hüpfen und das Giraffenbaby unter dem Hals der Mama neugierig auf die animalischen Mengen lugt, dann haben die Walt-Disney-Studios sofort ihr Publikum gepackt.

Emotional wie visuell überwältigend ist schon diese Eingangsszene des Zeichentrickklassikers „Der König der Löwen“. Afrikanische Musik, fein choreografierte Bewegung, bis in die Details ausgearbeitete Charaktere und die Blickführung des Betrachters sind außerordentlich. Disney bringt den Film der Regisseure Roger Allers und Rob Minkoff aus dem Jahr 1994 jetzt wieder ins Kino - in einer 3D-Fassung.

Eigentlich sollte mit einer technischen Aufrüstung nur die neue DVD- und Blu-ray-Edition vermarktet werden. Doch bereits in den USA war der Kinoerfolg der 3D-Neuauflage enorm. Überhaupt ist „Der König der Löwen“ der kommerziell erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten. Und einer der letzten handgezeichneten Werke aus der Disney-Schmiede. Danach übernahm der Computer.

Die Kunstfertigkeit der Zeichner und die spürbare Liebe des Produktionsteams zum Stoff und zu den Charakteren machen denn auch bis heute die Kraft des Films aus, die bis in die unendliche Weitervermarktung über Fortsetzungen, Merchandising und Musical-Adaption nicht verwässert. Der „ewige Kreis des Lebens“ - das zentrale Filmmotiv - dreht sich weiter.

Am Königsfelsen wird dem Volk der Savanne der Thronfolger präsentiert: Löwenbaby Simba. Tapsig wächst er in der royalen Familie heran und muss lernen, dass Macht weise eingesetzt werden will. Simbas Vater stirbt in einem trockenen Flussbett, als sein Widersacher Scar die Gnuherde aufstachelt - deren Getrampel kann nicht einmal der König der Tiere entrinnen.

Scar redet Simba ein, er sei schuld am Tod des Vaters. Simba flieht verzweifelt und gerät in die Obhut der lebensfrohen Hallodris Timon und Pumbaa - Erdmännchen und Warzenschwein. Später, als junger Erwachsener mit roter Zauselmähne, muss er Verantwortung übernehmen und seinen Platz im ewigen Kreis des Lebens einnehmen. Und am Ende ist Scars Diktatur besiegt, die Hyänen-Soldaten sind verjagt, und in der Savanne wird wieder ein Löwenbaby am Königsfelsen präsentiert.

3D bringt noch mehr Tiefe und Plastizität ins Geschehen, Raubkatzen-Schnurrhaare wachsen aus der Leinwand, die Landschaft wird noch großräumiger, die Käfer, die Timon verspeist, wuseln dem Betrachter entgegen. Das ist sehr schön und zur Befriedigung der Sehgewohnheiten junger Kinogänger sicher wichtig. Aber daraus entsteht der Zauber des Films nicht.

Genre: Trickfilm

ohne Altersbeschränkung

Wertung: fünf von fünf Sternen

www.hna.de/kino

Von Bettina Fraschke

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