Schalk mit Gefühl: Der englische Songwriter Ezio Lunedei in Kassel

Raue Zärtlichkeit: Ezio Lunedei. Foto: Malmus

Kassel. Schon doof, wenn man die eigene Frau auf einer Porno-Webseite entdeckt. Wird ein solches Bekenntnis als Country-Song verpackt, dann ist die Ironie perfekt. Wie beim englischen Songschreiber und Sänger Ezio Lunedei im Kulturzentrum Schlachthof.

Das Country-Sahnestück aus dem brandneuen Ezio-Album „Adam And The Snake“ (deutsch: Adam und die Schlange) setzte einen von vielen witzigen Akzenten bei einem schalkhaft-bodenständigen Auftritt. Das F-Wort, meistens mit englischem „u“, aber auch mit deutschem „i“, kam reichlich zum Einsatz – für die deutsche Variante entschuldigte er sich schlitzohrig mit einem Walzer.

Doch das Gefühl wurde noch größer geschrieben. Es war alte Schule in Bestform. Das gern gebrauchte Wort „Authentizität“ drängt sich für Lunedei auf. Hinreißend, wie er mit Stimme und Akustik-Gitarre eine raue Zärtlichkeit rüberbrachte. Weit gefächert war die Dynamik, oft auch innerhalb eines einzigen Stücks.

Zum Mitsingen für die bestens gelaunten hundert Zuhörer hatte der Musiker im schlichten schwarzen T-Shirt eine Zeile über den Weg alles Irdischen: „One day I’m gonna die.“

Begleitet wurde er vom Schlagzeuger Lars Plogsch-ties, der manchmal fast zu heftig losbretterte, sodass das Klangbild ausgewogener war, wenn er statt der Sticks die Besen wählte oder Gitarre spielte.

„Wo ist Booga?“, wollte ein Ezio-Fan wissen, da Lunedeis musikalischer Partner, Mark „Booga“ Fowell, fehlte. Wegen einer Infektion konnte Booga nicht an der Tour teilnehmen. Er werde aber von einer netten jungen Krankenschwester betreut, war die Auskunft.

Von Georg Pepl

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