Joan Armatrading lässt es auf ihrer neuen CD und aktuellen Tour richtig krachen - am 23. März in Wolfhagen

„Wo Schatten ist, ist immer auch Licht“

Joan Armatrading? Da war doch mal was? Rockpalast 1980, „Show Some Emo- tion“, „Drop The Pilot“. Von wegen „war“. Mit ihrem letzten Album „Into the Blues” kam sie in den USA auf Platz eins und in Deutschland in die Top Ten der Charts und wurde für einen Grammy nominiert. Die 59-Jährige ist immer noch ein Weltstar - einer, von dem man kaum spricht, weil sie zurückgezogen in England lebt.

Als Sie 1980 Ihre erste Platte veröffentlichten, gab es niemanden, mit dem man Sie hätte vergleichen können. Wie haben Sie Ihren Stil entwickelt?

Joan Armatrading: Der hat sich ergeben. Bei uns zuhause stand immer ein Klavier, auf dem ich seit meinem achten Lebensjahr gespielt und experimentiert habe. Ich habe kaum Radio gehört, das mich hätte beeinflussen können, eher Klassik, manchmal Jazz.

Was hören Sie auf dem iPod?

Armatrading: Keine Musik. Ich höre nur Hörbücher querbeet von klassischer Literatur bis zu Aktuellem.

Ihre neue CD heißt „This Charming Life“. Ist es nicht unangebracht, in Zeiten weltweiter Krisen von einem „zauberhaften Leben“ zu singen?

Armatrading: Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass es trotz dieser Krisen noch viele kleine Dinge gibt, die das Leben zauberhaft machen, zum Beispiel in Beziehungen oder den Gefallen, die Menschen untereinander tun. Wo viel Schatten ist, ist trotzdem immer auch ein Licht.

Nach dem schwermütigen, melancholischen Bluesalbum lassen Sie es auf „This Charming Life“ ordentlich krachen. Immer wieder findet man Textzeilen wie „Als Du den Raum betratest, war ich sofort von Dir gefangen genommen“ oder „Ich möchte die ganze Zeit mit Dir zusammen sein, Tag und Nacht“. Sind das autobiografische Texte?

Armatrading: Absolut.

„Two Tears“ handelt von einer beendeten Beziehung.

Armatrading: Nein, es handelt von einer Frau, die nach einer gescheiterten Beziehung wieder die Kontrolle über ihr Leben hat. Auch dies ist ein positiv stimmendes Lied.

Schreiben Sie zuerst die Texte und komponieren danach die Musik? Oder ist zuerst die Melodie da?

Armatrading: Manchmal kommt sogar beides zusammen. Da notiere ich ein paar Zeilen, die mir gerade eingefallen sind und habe die Melodie schon im Ohr. Ich spiele auf dem Klavier oder auf der Gitarre vor mich hin, und plötzlich ist da eine Melodie, für die es noch keinen Text gibt und umgekehrt. Manchmal bleiben Texte über Jahre stehen, weil ich keine musikalische Umsetzung dafür habe.

Es gibt viele Coverversionen Ihrer Songs. Welche gefällt Ihnen am besten?

Armatrading: „The Weakness in me“ von Melissa Etheridge.

Joan Armatrading präsentiert ihre neue CD, aber auch ihre großen Hits, am 23. März in der Kulturhalle in Wolfhagen. Karten unter: 0561-203-204.

Von Wilhelm Ditzel

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