Premiere am Donnerstag

„Schattenwald“ ist das wichtigste Projekt beim Festival Grimm2013

Lichtspiele: Ein Eindruck von den Installationen des Theaters Anu.

Kassel. Der nächtliche Wald: Einen märchenhafteren Ort gibt es kaum. Leise Geräusche, dunkle Stämme, unerklärliche Bewegungen und ein fern aufscheinender Himmel wecken Entdeckerlust, Grusel, Verzauberung. Sybille und Stefan Behr vom Berliner Ensemble Anu haben ein Theaterprojekt erarbeitet.

Es findet mitten im Wald, mitten in dunkler Nacht statt. „Schattenwald“ wird als wichtigstes Projekt des Jubiläumsprogramms beim Festival Grimm2013 an mehreren Orten in Nordhessen gespielt.

Premiere ist am Donnerstag im Wald nahe der Hessenschanze in Kassel. Gestern wurden das Vorhaben und der Ort vorgestellt. Noch sind die Buchen kahl, der Forst lichtdurchflutet, Buschwindröschen setzen grünweiße Akzente. Sechs Stofftore führen zu sechs Spielstätten, verteilt auf einer 1,5 Kilometer langen Wegstrecke.

Stofftore markieren einen Spielort mitten im Wald: Uwe Zindel (Hessen-Forst, von links), Stefan und Sybille Behr (Theater Anu) und Grimm2013-Intendantin Maren Matthes stellten das Projekt im Wald an der Hessenschanze vor.

In 50er-Gruppen werden die Besucher die poetische Inszenierung erleben. Zeitversetzt machen sie sich auf in den Wald und erleben an den Spielstätten bewegte Schatten, Tanz, lebende Bilder, Schauspiel und auch Textrezitationen, die Märchen zum Thema haben. „Wir wollen in Ihnen etwas zum Klingen bringen“, erklärt Sybille Behr. Der Wald wirkt dabei als natürlicher Tempel, als heiliger Hain.

Man hat eng mit Hessen-Forst zusammengearbeitet, um die Naturverträglichkeit der Produktion zu gewährleisten. „Solche Projekte bringen die Menschen in den Wald, das ist uns wichtig“, sagt Uwe Zindel vom zuständigen Forstamt Wolfhagen. Grimm2013-Intendantin Maren Matthes: „Für uns ist es natürlich ziemlich ungewöhnlich, dass wir uns für eine Kulturveranstaltung mit Brutgewohnheiten von Vögeln beschäftigen müssen.“

Szenen angepasst

Sechs Spieler wirken an dem Projekt mit, in den nordhessischen Wäldern werden die märchenhaften und mythologischen Szenen jeweils an die Naturgegebenheiten angepasst. Der Trendelburger Schattenrisskünstler Albert Völkl hat Laternen gestaltet, die mit LED-Technik den Weg weisen. Die einzige Lichtquelle unterwegs.

Los geht es mit dem Märchen „Die Unke“, das als Ur-Märchen der Brüder Grimm gilt, so Stefan Behr. Die Geschichte vom Mädchen, das mit dem amphibischen Tier befreundet ist, ist eine der wenigen, die kein Happy End hat. Mit jeder Station geht es tiefer in den Wald und auch tiefer zurück in der Zeit. „Die Märchen sind unsere Fenster in die Vergangenheit“, sagt Stefan Behr.

Am Startpunkt gibt es ein Catering mit Wildgerichten, auch eine Toilette steht dort bereit. Wer Karten für einen Aufführungsabend kauft, kann aus den verschiedenen Durchgängen seine Startzeit im 15-Minuten-Abstand wählen. Noch gibt es Tickets.

Die Termine:

- 25. bis 27. April: Kassel, Hessenschanze, erste Vorstellung um 21.30 Uhr

- 2. bis 4. Mai: Kellerwald, Baumkronenweg, Beginn 21.30 Uhr

- 8. bis 9. Mai: Eschwege, Leuchtberge, Beginn 21.45 Uhr

- 17. bis 19. Mai: Rotenburg, Rodenberg, Beginn 22 Uhr

- 6. und 7. September: Kaufunger Forst / Niester Riesen, Beginn: 20.45 Uhr

Spieldauer: Der nächtliche Spaziergang dauert 75 Minuten.

Start ist alle 15 Minuten in Gruppen mit je 50 Personen. Man kauft Eintrittskarten für eine von mehreren zeitversetzten Vorstellungen am Abend.

Eintritt: 17/13 Euro, Vorverkauf: 0561-988393-99, 0561-203204.

Zu beachten: Festes Schuhwerk empfohlen, keine Barrierefreiheit. Geeignet für Kinder ab zehn.

Von Bettina Fraschke

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