Kultursommer: Ausstellung „Kunstdïnger“ in Hümme

Die Schau ist fabelhaft

Hofgeismar. „FABELhafte MENSCHENbilder“ - das Thema der Ausstellung „Kunstdïnger“ in der Reihe des Kultursommers Nordhessen weist auf eine Doppeldeutigkeit hin, die sich auch in der Schau widerspiegelt. Fabelhafte, also ausgezeichnete Menschen und Fabelwesen gleichermaßen bilden die zwölf Künstler ab, die Kurator Sandrino Sandinista Sander für die Schau in der und um die Dorfscheune des Hofgeismarer Stadtteils Hümme ausgewählt hat.

Es ist eine schöne Idee, dass an der Außenwand vergrößerte, uralte Schwarz-Weiß-Fotos von früheren Dorfbewohnern die Gäste begrüßen. Menschen aus einer anderen Zeit, für die das Fotografiertwerden offenkundig etwas Besonderes war, die ernst und angespannt schauen. Menschen, über die vielleicht noch Geschichten kursieren, Fabeln, die die Erinnerung wachhalten.

In der Scheune reicht das weite Spektrum von Studien für Apostelfiguren des verstorbenen Künstlers Wilhelm Hugues für eine Bonner Kirche über Holzskulpturen von Jan Thomas, die an grotesk verzerrte mittelalterliche Wasserspeier denken lassen, bis zu frechen Stoffbahnen von Daniela Witzel, einer Absolventin der Kasseler Kunsthochschule, die nun in Hamburg lebt. Auch ihre überdimensionale Arbeit auf der Außenmauer zeigt, dass mythische Gestalten, Fabelwesen oft mit Ängsten, mit irrationalen Gefühlen verflochten sind.

Im Hier und Jetzt angesiedelt sind die eigenwilligen, ausdrucksstarken Betonfiguren von Karin Bohrmann-Roth (Grebenstein). Ganz besonders fabelhaft sind Malerei und Plastiken des Leipzigers Jürgen Raiber. Die Krone auf seinem hölzernen König lastet schwer. Einsam wirkt er und verloren - wie eine Gestalt aus einem traurigen Märchen.

Bis 20.7., 10-18 Uhr, www.kultursommer-nordhessen.de

Von Mark-Christian von Busse

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