Die imposante Zypern-Ausstellung „Insel der Aphrodite“ in Hildesheim

Aus Schaum geboren

Leihgabe aus Nikosia: Ein Kopf der Göttin Aphrodite.

Hildesheim. Deutschlandpremiere im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim: Es zeigt derzeit erstmals die berühmte Statue der griechischen Liebesgöttin Aphrodite aus Paphos. Das 85 Zentimeter hohe Objekt aus Marmor gehört zur europaweit einzigartigen Sonderausstellung „Zypern - Insel der Aphrodite“.

Die Schau beleuchtet verschiedene Facetten der Entwicklung der zyprischen Göttin vom abstrakten Steinidol bis zu reich geschmückten Statuetten mit erhobenen Armen. Neben der Göttin der Schönheit werden bis zum 12. September mehr als 200 Exponate aus zyprischen Museen, dem Pariser Louvre und deutschen Sammlungen gezeigt, die die Insel als Knotenpunkt zwischen Orient und Okzident vorstellen.

Die Aphrodite-Statue ist eine Leihgabe des District Museums in Paphos und stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. „1955 fanden Taucher diese und weitere Statuen durch Zufall vor Paphos“, sagt die Projektkoordinatorin der Ausstellung, Britta Rabe. Dem Mythos zufolge verdankt Aphrodite ihre Geburt aus dem Meeresschaum dem blutigen Kampf zweier Götter-Generationen: Uranos, der Gott des Himmels in der griechischen Frühzeit, wurde bei der Auseinandersetzung entmannt, sein Geschlechtsteil ins Meer geworfen. Aus der weißen Gischt, die daraus entstand, entstieg die Göttin der Schönheit, Fruchtbarkeit und Liebe - die Schaumgeborene. In Paphos soll Aphrodite an Land gegangen sein.

Die weiteren Exponate von der Steinzeit bis zur römischen Kaiserzeit und von den verschiedenen Völkern, die auf Zypern gelebt haben, erweisen die Insel als archäologisch und kunsthistorisch bedeutsame Schatzkammer.

Ergänzt wird die Schau durch die Ausstellung „St. Michael im Orient“ mit Fotografien aus drei der sieben Kirchen im Troodos-Gebirge, die wegen ihrer herausragenden Fresken aus dem 11. und 12. Jahrhundert zu Weltkulturerbestätten der Unesco ernannt wurden. Die Aufnahmen aus den äußerlich unscheinbaren Dorfkirchen entführen in die überwältigende Bilderwelt der byzantinischen Kunst. (dpa/vbs)

Bis 12.9., Roemer- und Peli-zaeus-Museum, Am Steine 1-2, Hildesheim. Katalog (Verlag Philipp von Zabern), 19,90 Euro, Infos: Tel. 05121 / 93690, www.zypern-ausstellung.de

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