Ji-Youn Song spielt Klaviermusik von Mauricio Kagel zu einer Horrorfilm-Performance

Schaurig schön - schön schaurig

Spaß beim Gruseln: (von links) Ji-Youn Song, Tobias Zarges, Sebastian Haydt und Prof. Joel Baumann. Foto: Schachtschneider

Kassel. Das Metronom tickt gnadenlos langsam mit 51 Schlägen pro Minute. Doch manchmal gerät es in Schieflage, worauf es für kurze Zeit zu pochen aufhört. Ein subtil gruseliger Effekt. Dazu gesellen sich dissonante Klavierakkorde und rabenschwarze Bässe. Einmal bricht die Ausführende gar in schurkenhaft böses Gelächter aus. Der Komponist Mauricio Kagel hat es genau im Rhythmus notiert.

Das Lachen gelang der ausgezeichneten Musikerin und Performerin Ji-Youn Song ebenso gut wie die pianistische Wiedergabe von Kagels „MM 51 - ein Stück Filmmusik für Klavier solo“ (1976). An drei Abenden spielt die aus Südkorea stammende Lehrbeauftragte der Kasseler Uni dieses präzise getimte Gruselschmankerl im Dock 4 bei einer Veranstaltung des Instituts für Musik, der Kunsthochschule und des Kulturamts.

Perfekt wird das schaurig schöne Vergnügen durch die Videokunst von Prof. Joel Baumann, Sebastian Haydt und Tobias Zarges. Denn zur Klaviermusik gibt es Live-Projektionen mit Ausschnitten aus den Horrorfilmklassikern „Nosferatu“, „Die Nacht der lebenden Toten“ und „Alien“.

Beim Start am Mittwoch freute man sich bei Werner Herzogs „Nosferatu“ über das bissige Wiedersehen mit Klaus Kinski und der schönen Isabelle Adjani. Nur zehn Minuten dauerte die Performance, doch die waren intensiv. Im Anschluss wurde Herzogs Film in ganzer Länge gezeigt. Und für Popcorn war im voll besetzten Dock 4 auch gesorgt. Am Donnerstag folgte dann „Die Nacht der lebenden Toten“.

Heute, Freitag: „Alien“ und „MM 51“. 20 Uhr, Dock 4.

Von Georg Pepl

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