Schauspiel gewinnt Zuschauer

Staatstheater Kassel schließt Spielzeit mit Auslastungsplus

Großartiger Einsatz: Bernd Hölscher als Franz Woyzeck. Foto:  Klinger

Kassel. Ein Theaterabend, der niemanden kalt ließ, ein großartiger Hauptdarsteller, der sich bis zur Erschöpfung verausgabte: Die Inszenierung von Georg Büchners Drama „Woyzeck“ am Kasseler Staatstheater war die bestbesuchte Produktion im Schauspiel. Eine tolle Bestätigung für die Arbeit des Produktionsteams um Regisseur Markus Dietz und vor allem für Woyzeck-Darsteller Bernd Hölscher. Die Auslastung bei „Woyzeck“ lag bei 89,9 Prozent.

Zum Ende seiner siebten Saison zeigte sich Intendant Thomas Bockelmann zufrieden mit der Spielzeit. 210 855 zahlende Zuschauer kamen zu 638 Veranstaltungen (Vorjahr: 207 567 bei 645). „Das ist meine zweitbeste Saison“, sagte der noch bis 2015 verpflichtete Intendant.

Die Auslastung insgesamt lag bei 69,5 Prozent (Vorjahr: 69,1). Bei der Zuschauerentwicklung punktete vor allem das Schauspiel: Dort waren die Plätze zu 70,3 Prozent gefüllt, im Vorjahr lag der Wert noch bei 63,8 Prozent. Niedrigste Akzeptanz erreichte hier die Uraufführung „Sex“ von Justine del Corte, der Zuschauerzuspruch lag da nur bei 49,9 Prozent. Die Statistik ergab, so Bockelmann, dass das Schauspiel 7000 Besucher hinzugewann.

Das Musiktheater (Oper, Operette und Musical) erzielte eine Auslastung von 62 Prozent, ein leichter Rückgang zum Vorjahreswert von 64,7. Renner war die Märchenoper „Hänsel und Gretel“, die mit 82,3 Prozent besucht war und in der Vorweihnachtszeit wieder zu sehen sein wird. Am wenigsten Akzeptanz fand Aribert Reimanns zeitgenössische Oper „Lear“ (49 Prozent). Trotzdem wolle man an solchen Projekten festhalten, so der Intendant. Sehr erfolgreich war das Theater-Jugend-Orchesterprojekt „Oh, tell, O!“ (83,9).

Das aus der russischen Tradition kommende Weihnachtsmärchen „Die verzauberten Brüder“ war zu 80 Prozent ausgelastet, es mag am unbekannteren Stück liegen, dass der Besucherzuspruch vom Vorjahreswert von 93 Prozent zurückging.

In der Tanzsparte wurden zwar die choreografischen Werkstattabende in der Kunsthalle Fridericianum bestens angenommen (ausverkauft), doch die mit Orchester gezeigte Produktion „Scheherazade“ im Opernhaus, von der man sich viel versprochen hatte, erreichte nur eine Akzeptanz von 45,7 Prozent. Insgesamt lag die Auslastung bei 63 Prozent (55,4 Prozent).

Etwa gleich blieb der Zuspruch bei den Konzerten: Er lag bei 80,5 Prozent (Vorjahr: 81). „Wir werden nächste Spielzeit noch besser sein“, versprach der Intendant. Titel wie „La Bohème“ oder „Die Zauberflöte“ stünden dafür.

Noch bis 3. Juli zeigt das Staatstheater in der Karlsaue das Musical „The Black Rider“. Musikalischer Höhepunkt im Spätsommer ist dann am 20. August das Open-Air-Konzert zusammen mit der HNA.

Von Bettina Fraschke

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