Sängerin Nicole Jukic und Künstlerin Anna Holzhauer erhielten Kasseler Kunstpreis

Für schicke neue Schuhe

Geehrt: Nicole Jukic (links) und Anna Holzhauer mit Stiftungspatron Dr. Volker Schäfer. Foto: Koch

Kassel. Mit dem Song „My Dear Listeners“ bedankte sich Nicole Jukic, eine der beiden Trägerinnen des Kasseler Kunstpreises, am Mittwochabend bei der Verleihung im überfüllten Kunstverein im Fridericianum bei ihrem Publikum: dafür, dass sie ihre Leidenschaft, die Musik, mit ihren Zuhörern teilen dürfe.

Dabei war es - wie Kunstvereinsvorsitzender Bernhard Balkenhol als Gastgeber in seiner Begrüßung deutlich machte - ein Abend, um den Kasseler Künstlern zu danken, allen voran der 24-jährigen Jukic und der Zeichnerin und Bildhauerin Anna Holzhauer (30), aber auch allen, die mit Zuschüssen und durch Ankäufe aus dem Vermögen der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung gefördert werden (siehe Kasten). Aus dem Zinsertrag standen in diesem Jahr insgesamt 50 000 Euro zur Verfügung.

„Unmittelbar lebenswichtig wie ein paar Schuhe“ ist die Musik für Nicole Jukic. So zitierte sie ihr Laudator Hartmut Schmidt. Er machte deutlich, dass die „wunderbare Sängerin“, die auch Geige und Klavier spielt, textet und komponiert und die ein breites stilistisches Spektrum zwischen Jazz und Soul beherrscht, ihren bisherigen Schuhen entwachsen ist - das erste Schulmusik-Staatsexamen habe die Abiturientin der Jacob-Grimm-Schule quasi in der Tasche. Der Zippel-Preis könne ihr nun zu „schicken neuen Schuhen“ verhelfen: zur Produktion ihrer ersten CD. Welch festen Stand Jukic bereits hat, machte ihr souveräner Auftritt deutlich.

Anna Holzhauer, bis 2009 Studentin und Meisterschülerin bei Alf Schuler an der Kasseler Kunsthochschule und Stipendiatin des Cusanus-Werks, überzeugte die Jury mit ihrer „originären, poetischen, vielschichtigen und komplexen Verbindung von Zeichnung und Plastik“, wie es ihre Laudatorin Barbara Heinrich ausdrückte. Ein Thema ihrer oft fragmentarischen, bruchstückhaften Arbeiten - von denen einige ausgestellt waren - sei die Erinnerung. Der zweifachen Mutter (das dritte Kind ist unterwegs) gelängen „Momentaufnahmen von suggestiver Bedeutung“.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der mit Stiftungspatron Dr. Volker Schäfer die Preise überreichte, bekannte sich zur staatlichen Kulturförderung: Sie fördere Zusammenhalt und Integration und sei deshalb eine unverzichtbare Aufgabe.

Von Mark-Christian von Busse

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