Schlager-Star im HNA-Interview

Schlager-Star Andrea Berg geht für ihr neues Album baden

Andrea Berg auf dem Booklet ihres neues Albums.

Andrea Berg ist baden gegangen - allerdings nur für die Fotos im Booklet ihrer neuen CD. Dazu ließ sich die Schlagersängerin von der renommierten englischen Unterwasserfotografin Zena Holloway ablichten.

Abtauchen wird die 47-Jährige mit ihrem neuen Album „Atlantis“ jedoch nicht. Gleich 25 Lieder enthält die von Dieter Bohlen und DJ Bobo produzierte Doppel-CD, die auf dem besten Weg ist, erneut Platz eins der Charts zu erobern.

Frau Berg, wie schön, dass Sie nach Ihren Unterwasseraufnahmen wieder aufgetaucht sind. Wie schafft man es, eineinhalb Minuten lang die Luft anzuhalten?

Andrea Berg: Ich habe das vier Wochen lang trainiert. Das war nicht einfach - vor allem, wenn man unter Wasser die Augen aufhalten muss. Von 35 Sekunden am Anfang habe ich mich hochgearbeitet. Das hat sich gelohnt.

Die Bilder sind beeindruckend. Wie sind Sie auf das Atlantis-Thema gekommen?

Berg: In meinen Texten geht es um die Liebe, Hoffnung und Enttäuschung. Auf dem letzten Album hatten wir mit Meeresabenteuern und Piraten, die sich nie ergeben, schöne Metaphern gefunden. Wir haben überlegt, wie man daran anschließen könnte und kamen auf Atlantis, diese mythische Insel, die so reich und rein war und von der niemand weiß, ob es sie wirklich gab. Für mich hat Atlantis auch was mit Freiheit zu tun - wie in der Liebe.

Vor allem die von DJ Bobo produzierten Lieder klingen viel mehr nach Pop als nach Schlager, manchmal auch nach Abba. Werden das auch die alten Fans mögen?

Berg: Ich bekenne mich zu dem, was ich tue. Wir haben 25 Titel, die sehr facettenreich sind. Da wird jeder sein Lieblingslied finden. Natürlich haben wir experimentiert, aber wir sind uns dennoch treu geblieben. Die Texte beispielsweise stammen alle aus meinem Leben. Aber ich entwickle mich auch weiter. Es wäre ja schlimm, wenn man im Stillstand verharren würde.

Was ist überhaupt Schlager? Und was ist Pop?

Berg: Das ist eine gute Frage. Wenn Sie sagen, ich sei eine volkstümliche Sängerin, freue ich mich, weil es heißt, dass ich für die Menschen singe. Wenn Sie sagen, ich singe Schlager, freue ich mich auch. Schlager bedeutet ja nichts anderes als eingängige Hits der Popmusik. Und wenn Sie sagen, ich sei ein Popstar, freut sich meine Tochter. Die Grenzen sind insgesamt fließender geworden, das finde ich toll. Fast die Hälfte der Musik in der Hitparade ist übrigens mittlerweile deutschsprachig - ob Schlager oder HipHop. Jeder Mensch will doch nur ein kleines bisschen glücklich sein. Meine Musik kann da helfen. Und wer sie nicht mag, muss sie nicht hören.

In einigen Liedern singen Sie über den Tod Ihres Vaters. Ihre Schwiegereltern sind vor Kurzem ebenfalls gestorben. Und trotzdem singen Sie: „Nicht irgendwann / heute fängt das Leben an.“ Leben Sie nach den Trauerfällen noch bewusster?

Andrea Berg: Atlantis (Sony)

Andrea Berg live: 26. Januar, Eissporthalle Kassel. HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Berg: Auf jeden Fall ist es wichtig, nicht den Autopiloten anzustellen. Aus allem, was einem im Leben passiert, kann man lernen. Und nach solchen Schicksalsschlägen sieht man manche Dinge anders. Die Textzeile trifft den Kern, denn die beste Zeit ist immer jetzt. Natürlich ist es nicht einfach, über die Trauer zu singen. Aber es kann auch befreien. Jede Träne, die wir nicht weinen, macht uns krank.

Wie kriegen Sie und Ihr Mann, der Sport-Manager Uli Ferber, eigentlich alles unter einen Hut? Sie sind beide erfolgreich im Beruf, haben Familie und führen auch noch ein Hotel.

Berg: Wir ziehen bewusst Grenzen und nehmen uns auch mal eine ganze Woche nur Zeit für uns. Alles was ich tue, tue ich wirklich gern. Manchmal bediene ich im Hotel Gäste. Es gab noch nie eine unangenehme Begegnung. Ich wünsche mir, dass alles so bleibt, wie es ist. Ich bin wunschlos glücklich.

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.