Interview

Schlagerstar Peggy March wird heute 70 Jahre alt und hatte nie ein Rendezvous

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Mit "I will follow him" wurde sie zum Weltstar: Peggy March feiert ihren 70. Geburtstag. Im Interview verrät uns die Musikern, dass sie nie ein Rendezvous hatte.

Ob „Telegramm aus Tennessee“ oder „Mit 17 hat man noch Träume“ – Musikerin Peggy March sorgte weltweit mit ihren Songs für Aufmerksamkeit. Am 8. März 2018 wird die Sängerin 70 Jahre alt.

Im Oktober wird sie mit Schlagerlegenden wie Ireen Sheer und Lena Valaitis auf Tour gehen. Einen Stopp wird sie dabei auch im nordhessischen Baunatal einlegen. Im Interview verrät uns Peggy March, warum sie in ihrer Jugend nie ein Rendezvous - also neudeutsch ein Date - hatte.

Mit „I Will Follow Him“ landeten Sie 1963 einen Hit. Wissen Sie noch, was Sie in dem Moment taten, als Sie genau diese Nachricht erhielten?

Peggy March: Ich war in der Küche meiner Mutter, habe Geschirr abgewaschen und Radio gehört. Drei Wochen lang war mein Song auf der Nummer zwei der Charts. An diesem Tag wurde das Lied nicht als Nummer zwei gespielt. Und ich dachte, es sei nicht mehr in den Charts. Und dann war der Song plötzlich auf Platz eins. Ich sehe es jetzt noch vor mir, wie ich dort stehe und merke, dass etwas Besonderes passiert ist.

Wie war es für Sie, mit gerade mal 15 Jahren einen Hit zu landen?

March: Niemand in meiner Stadt hatte sowas bisher gemacht, aber alle wussten, dass ich singe und dass ich mal etwas mit Erfolg aufnehmen werde. Denen war das völlig klar, mir eigentlich nicht.

Haben Ihre Klassenkameraden Sie anders behandelt, als sie plötzlich berühmt waren?

March: Meine Schulfreunde haben mich anders angeschaut. Ich war nicht mehr die Person, mit der sie aufgewachsen sind. Ich war einfach ein anderer Mensch.

Ihre Mitschüler hatten also Berührungsängste?

March: Nein, das nicht, aber ich habe zum Beispiel nie ein Rendezvous gehabt. Die Jungs hatten Angst mich anzurufen. Vielleicht, weil sie dachten, dass ich Nein sage oder sie von den anderen aufgezogen werden. Aber ich habe es überlebt. (lacht)

Heute ist Schlagermusik bei vielen jungen Menschen beliebt. Wer waren Ihre Fans in den 1960er- und 1970er-Jahren?

March: Es waren hauptsächlich junge Menschen, die meine Musik gehört haben. Es gab mal die Sendung „American Bandstand“, das war die Show für Teenager. Da tanzten Jugendliche zu Platten. Ich habe auch immer zugeschaut, die Jugendlichen waren meine Vorbilder. Und als ich dann dort aufgetreten bin, dachte ich nur „Oh mein Gott!“. Zu der Zeit war ich immer jünger als die Teenager, die meine Platten gekauft haben. So auch bei diesem Auftritt.

Unschuldig mit kecken Zöpfchen: Das Archivbild zeigt Peggy March im Jahr 1969 bei einem Auftritt in Bayern. Die Künstlerin spricht bis heute fließend Deutsch, weil sie einen deutschen Mann geheiratet hat.

Nervt Sie es manchmal immer wieder die alten Hits zu singen?

March: Früher hat es mich genervt sie zu singen. Aber inzwischen bin ich darüber hinweg. Man wird ja auch älter und klüger. Ich kann es schon verstehen, dass die Fans die alten Lieder hören möchten. Wenn ich auf ein Konzert gehe, freue ich mich auch, wenn ich mitsingen kann und die größten Hits höre.

Heute werden Sie 70 Jahre alt. Im Vergleich zu manch anderen in Ihrem Alter sind Sie fit und peppig. An den Ruhestand denken Sie noch nicht, oder?

March: Nein, ich merke zwar, dass ich viel arbeite, aber dann juckt es mich wieder und ich mache weiter. Ich kann auch nicht vor dem Fernseher sitzen und eine komplette Sendung gucken. Ich muss zwischendurch was machen.

Und wie halten Sie sich fit? Verraten Sie uns Ihre Tricks?

March: Ich muss tatsächlich noch ein Fitnessgerät auspacken, wenn ich zu Hause bin. (lacht) Außerdem gehe ich viel. Wenn ich was erledigen muss, dann laufe ich vier Stunden durch ein Einkaufszentrum. Einen Fitnessplan habe ich nicht, obwohl ich mir das zumindest vornehme.

Wer ist Peggy March?

Am 8. März 1948 wurde March im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Ihr Song „I Will Follow Him“ machte die US-Amerikanerin auf der ganzen berühmt – sie war die jüngste Sängerin, der bis dahin ein Nummer-eins-Hit in den USA gelungen war. Das Lied nahm sie unter anderem auf Japanisch und Deutsch auf. Viele kennen die Neuauflage des Hits auch aus dem erfolgreichen Kinofilm "Sister Act" mit Whoopy Goldberg in der Hauptrolle.

1968 heiratete sie ihren Manager Arnold Harris. Ein Jahr später gingen sie nach Deutschland und lebten dort bis ins Jahr 1981. March spricht daher fließend Deutsch. Ein bekannter deutscher Song, den sie gesungen hat, trägt den Titel "Mit 17 hat man noch Träume". 

Schlagerlegenden live: 12. Oktober, Stadthalle Baunatal, HNA-Kartenservice, Tel: 0561/203204

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