Nix mit palim, palim

SchlauBerger extra zum Jahresende: Von duftendem Mist und Pechsträhnen

Eine Sammlung sprachlicher Unfälle als Rausschmeißer, präsentiert von Reinhard Berger

"Einen hab ich noch": Zum Jahresende hat der SchlauBerger noch einmal ein paar Beispiele aus seiner Sammlung sprachlicher Unfälle zusammengetragen.

Palim, palim. Ich hätte gern eine Flasche Pommes! – – – Danke, Herr Hallervorden, danke. Das kriege ich jetzt wieder drei Tage nicht aus dem Kopf. Es sei denn, ich lande einen Konter, und zwar ohne palim, palim. Dafür aber mit ’ner Flasche Kaminbriketts. Ha!

Literweise. Entdeckt von Wilfried Engler.

Jetzt staunen Sie, was? Der Hallervorden-Sketch, in dem zwei gelangweilte Knastbrüder Kaufmannsladen spielen, hat die Realität erreicht, und ich finde, das Heizprofi-Angebot auf dem Bild rechts ist nicht von der Hand zu weisen, vor allem, wenn gerade die Rollläden zugefroren sind, und zwar durch äußere Umstände. Wovon es im Winter ja ganz eindeutige gibt. Im Zweifel stellen Sie einfach die Bedienung ein.

Na denn: prost!Entdeckt von Gabriele Rinnert, Wolfhagen, in Hamburg.

Oder Sie lassen sich bedienen, zum Beispiel in diesem Laden, der offenbar die schreckliche Krankheit mit einem Späßchen verwechselt. Nun, ich will milde sein und zugunsten des Wirtes annehmen, dass er’s nur gut gemeint hat. Oder wie Franz Beckenbauer mal gesagt hat: „Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.“ 

Ja, ja, der Franz. Manchmal sollte er nach hinten besser absichern, damit es ihm vorn nicht so ergeht wie dieser Inserentin: „Studentin erteilt professionelle private Nachhilfe und Lerncouching in Englisch, Spanisch, Deutsch ...“ 

Aus einer Gebrauchsanleitung. Es könnte daran liegen, dass es im Winter zuweilen kalt ist. Entdeckt von Michael Rosenthal, Kassel.

Aha. Eine Professionelle also. Mit Couching. Kurt Tucholsky hat das Problem der jungen Dame mal treffend beschrieben: „Das Englische ist eine einfache, aber schwere Sprache. Es besteht aus lauter Fremdwörtern, die falsch ausgesprochen werden.“ D e r wäre ein guter Coach gewesen.

Aber als Seelentröster unschlagbar. Entdeckt in Wittenberg von Manfred Lillinge, Rotenburg.

Erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Dieser beliebte Fußballerspruch fiel mir ein, als ich diese Werbetafel sah. Dabei habe ich’s nicht so mit Friseuren. Ich bin eher der Tierfreund und fahre deshalb voll auf diese Kleinanzeige ab: „Wer kann mir 10 Emu-Eier ausbrüten?“ Keine Angst, ich habe mich nicht beworben.

So ein Mist. Entdeckt von Eva-Maria Kieselbach, Kassel.

Auch nicht bei dem Kasseler Zahnarzt, der „eine motivierte zahnmedizinische Fachangestellte für den Bereich Stuhlassistenz ... mit viel Freude an der Arbeit“ suchte. Und ich dachte immer, das wäre eher ein Job beim Gastroenterologen.

Reden wir lieber noch mal über das vergangene Weihnachtsfest und dessen Auswüchse. Mir wollte tatsächlich jemand Mist schenken. Und zwar glücklichen Mist, hübsch verpackt als Duftwässerchen. Unfassbar.

Mit diesem Kauf haben Sie 288 Schuss frei. Entdeckt von Nico Hoche.

Leicht fassbar, erfassbar, ist dieses Angebot in einem Supermarkt. 288 Schuss, für Silvester genau das Richtige. Und dabei denken Sie immer daran, was Beckenbauer, der Kaiser, gesagt hat: „Sokrates, Aristoteles, Platon und diese Leute haben sich vor 2000 Jahren Gedanken gemacht. Da sind wir noch auf den Bäumen gesessen und haben uns vor den Wildschweinen gefürchtet. Seitdem haben sich nur ganz wenige weiterentwickelt.“ Mir reicht’s. Bleibens xund!

Meine Stilblütensammler: Sabine Kampmann (Couching), Hardy Suchland (Emu-Eier), Uwe Schmidt (Stuhlassistenz).

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