„Das Niveau singt“: Der Kabarettist Axel Pätz provoziert und überzeugt im Theaterstübchen

Ein Schlingel als Publikumsliebling

Leicht und lustig, aber auch bitterböse: Axel Pätz. Foto: Schachtschneider

Kassel. Frech, fast ein wenig rotzig, schlurft er in Richtung Bühne, singt vom „besten Publikum der Welt“ - was sich bei „dem hier anwesenden erst noch rausstellen muss“. Kabarett-Schlingel Axel Pätz ist da.

Das Publikum im bestens gefüllten Theaterstübchen eroberte der 56-Jährige aus Hamburg im Handstreich. Es ist diese geniale Mischung aus Provokation, bösen Liedern und verspielter Publikumseinbindung, die ihn so unterhaltsam macht. „Das Niveau singt“, ist sein Programm betitelt. Mit köstlichen Regieeinfällen hält er sich das Publikum in Schlagnähe. Wie errechnet man dessen IQ? Für Pätz eine Kleinigkeit: „Berufe mal höchstes Gehalt mal Farbe der Socken, würden Sie bitte mal die Hosen hochziehen!“ Heraus kommt: „13,2, nicht schlecht, ein anderes Publikum brachte es mal auf 24.“

Einen „Niveaumeter“ hat er auch dabei - eine lange Papierrolle, die fortan über der Bühne schwebt. Je nachdem, wie „intelligent oder nicht“ die Besucher mitarbeiten, lässt er eine Wäscheklammer auf der Skala auf und ab wandern. Klingt leicht und lustig, ist es auch - doch der bitterböse Zyniker mit dem diabolisch anmutenden „Ätsch-Effekt“ folgte rasch. Zumeist über seine Lieder, die er am Klavier sitzend begleitet. Von einem Arztbesuch singt er und dass er gegen alles resistent sei, nur eben: „Der HIV-Test ist positiv“.

Immer wieder pendelt Pätz gekonnt zwischen leicht Verdaulichem und speziellem Humor. Voller Zynismus strolcht er durchs Beziehungsgestrüpp: „Wenn man sich nicht mehr austauschen kann, sollte man den Partner austauschen.“

In einem Lied knüpft er sich genussvoll den Klerus vor: „Ein Priester mit besonderen Neigungen. Aus Jekyll wird Hyde und macht dann die Beine breit.“ Zum Abschluss liest er aus einer Kinderfibel und intoniert mit dem Publikum: „Tina, nein, nein, nein!“. Viel Applaus für dieses sympathische Enfant terrible.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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