Junge Musiker aus Russland, Australien und Deutschland beim Neujahrskonzert in der Erlöserkirche

Zum Schluss machte es plopp

Slawische Melancholie: Anna Horoschavina spielte unter anderem Tschaikowsky. Foto: Malmus

Kassel. International ging es am Freitagabend in der Erlöserkirche Harleshausen zu. Vor 170 Besuchern des Neujahrskonzerts trafen junge Musiker aus Russland, Deutschland und Australien aufeinander - möglich gemacht durch die Kontakte der Pianistin Elena Urvalov (Guntershausen) und des Pianisten Iwan Urwalow (Musikakademie Kassel).

Zunächst hatten die Moderatoren Dr. Rolf Woermann und Luisa Fernau das Vergnügen, Klaviertalente aus der Musikschule Sankt Petersburg anzukündigen. Beginnend mit der achtjährigen Maja Zvezdina, die noch eine weitere Begabung zeigte - als Chopin-Sängerin, wobei ihr Klavierlehrer Alexander Khasanov sie begleitete.

Anna Horoschavina zauberte mit Tschaikowskys „Oktober“ slawische Melancholie hin - wie Eugen Petritschev (Würzburg) mit Stücken von Chopin und Rachmaninow. Beherzt spielten Pianist Theo Urvalov und der 16-jährige Geiger und Konzertmeister Daniel Tagiev des Tagiev-Kammerorchesters (Brisbane) den ersten Satz aus Beethovens „Frühlingssonate“.

Geleitet vom Berliner Dirigenten Stefan Roberto Kelber gab es zum Abschluss des ersten Teils Bachs Klavierkonzert f-moll: Der fingerfertige Student Liu Lifeng (Musikakademie Kassel) zeigte Elan in den Ecksätzen, das Mädchen Anna Horoschavina überzeugte empfindsam im Largo.

Feuriger Vivaldi

Die zweite Hälfte war dann fest in der Hand des australischen Ensembles. Unter anderem gab’s einen feurigen Vivaldi mit den Cellisten Cassandra Hansen und Keishi Barnes. Und Konzertmeister Daniel Tagiev heizte virtuos beim „zigeunerisch“-ungarischen Repertoire ein, bevor er es in der Zugabe „Fiddle Faddle“ aus dem Mund ploppen ließ.

So war es ein charmanter Abend, den das Publikum mit Ovationen aufnahm. Der Konzerterlös wird für die Renovierung der vor 100 Jahren eingeweihten evangelischen Kirche Guntershausen verwendet.

Von Georg Pepl

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