„Elvis – das Musikal“ mit Grahame Patrick Doyle in Kassel

Mit Schmalzlocke

Überzeugend: Grahame Patrick Doyle als Elvis in der Kasseler Stadthalle. Foto: Schachtschneider

Kassel. Im Blaumann kam der Darsteller Grahame Patrick Doyle hastigen Schritts mit einer Gitarre auf den Schultern als Elvis auf die Bühne. 1954 war der King of Rock noch Lastwagenfahrer und bewarb sich in Memphis bei dem Plattenlabel „Sun Records“. Da der Chef nicht da war, wollte die Sekretärin den jungen Mann abwimmeln, doch Elvis überzeugte sie.

Schön waren die ersten Szenen, die „Elvis – das Musical“ am Samstag in der ausverkauften Kasseler Stadthalle auf die Bühne brachte. Danach befragt, woher er die Begabung habe, sagte Elvis, er habe immer in der Kirche gesungen. Bald bekam der Neunzehnjährige von dem Produzenten Sam Phillips den ersten Plattenvertrag.

Zwei Jahre später brachte Elvis „Love Me Tender“ heraus, innerhalb weniger Monate wurden zehn Millionen Singles verkauft. Die Weltkarriere des Jungen, dessen Mutter oft krank war, dessen Vater Gelegenheitsjobs hatte und der wegen Scheckfälschung ins Gefängnis musste, kam in Gang. Mit seiner leicht vibrierenden Stimme und körperbetonten Auftritten machte Elvis Furore, wurde Identifikationsfigur der Jugend.

Als Double verkörperte der Ire Grahame Patrick Doyle den legendären Sänger in tollen Kostümen, mit Schmalzlocke, etwas hängender Unterlippe, melancholischem Gesichtsausdruck und Beinzittern bis in die Fußspitzen. Zart in den Höhen und samtig in den Tiefen begeisterte das Stimmvolumen des Iren das Publikum. Zwischenapplaus für Lieder wie „Devil In Disguise“ oder „Return To Sender“.

Während der Show liefen auf der Bühnenrückwand Filme von Elvis als Soldat in Bad Nauheim, von Konzertauftritten, oft synchron zu den Liedern. Eine kleine, nachgestellte Filmszene verdeutlichte die Verzweiflung des Mannes, der nach der „Britischen Invasion“ der Beatles in den USA nach acht Jahren Pause in Las Vegas auftrat und wie ein ängstliches Kind nicht auf die Bühne wollte. Geschichten wie diese kamen etwas zu kurz. Höhepunkt des Abends wurde das traurige Lied „In The Ghetto“. Tosender Applaus für den großartigen Sänger.

Von Gesa Esterer

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