Schmecken und Sehen als Tanz: Lichtenberg-Schüler präsentierten das Stück "Sinnfonie"

Tanzten sich in Ekstase, mit Ahoi-Brause als Impulsgeber: Yana Yavtushenko (vordere Reihe von links), Lena Splettstößer, Ariona Kelmedi, Jennifer Friedrich und Jan David Neurath vom Tanztheater der Lichtenberg-Schule. Foto:  Fischer

Kassel. Fünf Sinne hat der Mensch: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Doch ginge es nach dem Tanztheater-Ensemble des Lichtenberg-Gymnasiums, gäbe es in dieser Aufzählung noch zwei weitere Sinne. Und zwar den Gleichgewichtssinn und die Intuition. Denn auch diese beiden Empfindungen spielen im Leben eines Menschen, und damit auch in der neuen Produktion des Tanztheaters „Sinnfonie: 7 Tänzer – 7 Sinne“, eine wichtige Rolle.

Wie sich eine Vereinigung der sieben Sinne gestaltet, gab es am Dienstag bei der Premiere im Theatersaal der Schule zu sehen. In einem schwarz ausgekleideten Raum, untermalt mit Lichteffekten und Klängen – unter anderem des belgischen Komponisten Wim Mertens und des amerikanischen Musikers Moby – boten die 16 und 17 Jahre alten Schüler ein anmutiges und ausdrucksstarkes Spiel.

In jedem Akt verschmolzen die Sinneseindrücke miteinander. So entfachte beim Duett zwischen Fabian Reinbott und Jennifer Friedrich ein Stück Schokolade einen sinnlichen Tanz mit umwerfenden Mienenspiel, welches Schmecken, Fühlen und Sehen verdeutlichte. Kurz darauf verging den Darstellern jedoch das Sehen. Mit Augenbinden waren sie auf ihren Hörsinn angewiesen, tasteten aneinander ab, wiegten sich im Takt.

Gänsehaut gab es bei der Gesangseinlage von Fabian Reinbott. Während seine Tanzpartnerinnen – Jennifer Friedrich, Luise Grünhagen, Ariona Kelmedi, Lena Splettstößer, Nanon Wollenhaupt und Yana Yavtushenko – Gäste aus dem Publikum auf das Tanzparkett holten und sich intuitiv mit ihnen zur Musik bewegten, sang er „Eternal Flame“ von Bonnie Tyler. Seinen Höhepunkt fand das Tanz-Spektakel in einer Farbrausch-Orgie, als sich einige der Darsteller mit buntem Pulver bewarfen und so alle Sinne zum Explodieren brachten.

Als Kursprojekt unter der Leitung von Anke Hardt, Lehrerin für Darstellendes Spiel, entstanden, wurde „Sinnfonie“ schnell zur Herzensangelegenheit der sieben Schüler des Jahrgangs 12 und der beiden Schüler Jan David Neurath und Finn Weigt, die in der letzten Szene einen Gastauftritt haben. Beim bundesweiten Wettbewerb „Tanztreffen der Jugend“ schafften sie es als einzige Schulproduktion sogar unter die ersten Zwölf. Ende September dürfen sie dafür als Delegierte an dem Programm des Bundeswettbewerbs in Berlin teilnehmen.

Das Tanzstück gibt es heute und am Freitag, jeweils ab 19.30 Uhr, in der Lichtenberg-Schule zu sehen. Karten sind gegen eine Spende bei Anke Hardt, Tel. 0163/864 98 59, erhältlich.

Von Viktoria Fischer

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