Sängerin Susanne Vogt und die Gitarristen Woody Mann und Claus Boesser-Ferrari im Theaterstübchen

Schnoddrig, heiter und zärtlich

Süße Schwermut: Susanne Vogt trat im Theaterstübchen mit zwei Gitarristen (hier mit Woody Mann) auf. Foto: Fischer

Kassel. Wenn Susanne Vogt singt – ob Jazz, Blues oder Folk –, dann wirkt das, als finde sie zwischen zärtlicher Melancholie, lasziver Schnoddrigkeit und heiterer Entschlossenheit zu ihrer Mitte. Technik und Individualität verschmelzen bei der in Göttingen geborenen Künstlerin. Gleiches gilt für die hervorragenden Akustik-Gitarristen, den Komponisten Woody Mann aus New York und den rund um den Globus auftretenden Claus Boesser-Ferrari.

Ein Hörgenuss, diese drei Musiker am Dienstagabend im gut besuchten Theaterstübchen mal als Duo, mal solo, mal im Trio zu erleben. Bis kurz vor der Pause kredenzten Vogt und Mann ihre Kunst, anschließend Boesser-Ferrari, zuletzt alle drei gemeinsam.

Mit Stücken wie „The Birds And The Bees“ von Attila Zoller und „One Little Tear“ von Lisa Ashman ging es in den Abend. Vogt intonierte so verspielt wie die Muster auf ihrem Kleid, wechselte bei „Paolo“, einem Stück vom kanadischen Schlagzeuger Jeff Meyer, in die süße Schwermut. Warm, sensibel und technisch auf höchstem Niveau kam die Gitarre von Woody Mann, dem Fingerstyle-Zampano, rüber. Aus der Quelle seines Spiels sprudeln Struktur und Facetten gleichermaßen.

„Ich lebe in New York, Susanne in Kassel, das macht es schwierig“, erzählte Mann dem Publikum. Für ihr Zusammenspiel gilt das nicht. Die beiden Musiker, die gemeinsam bereits drei CDs veröffentlicht haben, inspirieren einander und teilen auch die Vorliebe für ruhigere Töne. So zum Beispiel für die Balladen Jeff Meyers, die Vogt riesig einfühlsam singt.

Nach der Pause gehörte die Bühne Boesser-Ferrari. Umwerfend, was der 63-Jährige alles aus seiner Gitarre holt, die Saiten wie auch den Gitarrenkörper bearbeitet und geradezu epische Klangwelten erzeugt, aus denen sich Ohrwürmer wie „Baby Light My Fire“ kristallisieren. Ein Erlebnis. Riesenapplaus, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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