Der Uni-Chor führte das „deutsche Requiem“ auf

Schön ausgesungen

Kassel. Chöre drängt es zu großen, „ewigen“ Werken. So auch „Cantiamo“, den Chor der Uni Kassel, der in zwei Konzerten „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms aufführte. In 15 Proben hat Andreas Cessak den 51-köpfigen Studentenchor auf das ungebrochen beliebte Werk vorbereitet. Das Ergebnis konnte sich gut hören lassen.

Der Chorleiter hatte saubere Arbeit geleistet, jeden der sieben Sätze klar gegliedert, Ausspracheregeln durchgesetzt und hielt alles mit einem unaufgeregten, sehr effektiven Dirigat zusammen. Besonders die ruhigen Passagen - „Wie lieblich sind deine Wohnungen“, Selig sind die Toten“ - wurden schön ausgesungen und füllten den Konzertsaal an der Mönchebergstraße mit seiner trockenen Akustik gut. In den schnellen Teilen, darunter den heiklen Fugen, gab es kleinere Unsicherheiten, die angesichts einer sehr ausgewogenen Leistung nicht sonderlich ins Gewicht fielen. Gut zu wissen, dass die Kasseler Uni nicht nur eine Lernfabrik ist.

Statt der bei begrenzten räumlichen und finanziellen Möglichkeiten gern verwendeten Fassung mit Klavier zu vier Händen hatte Cessak eine Version mit nur zwölf Instrumenten von Carsten Borkowski gewählt. Das zwölfköpfige Solistenensemble spielte tadellos, doch in den milden, weltabgewandten Teilen konnte diese Version das echte Brahms-Gefühl nicht ersetzen. Die Solopartien sangen Johanna und Florian Rosskopp (Mainz), beide mit dramatischem Ansatz. Johanna Rosskopp artikulierte allerdings so undeutlich, dass man Zweifel bekommen konnte, in welcher Sprache sie sang.

Von Johannes Mundry

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